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Mogamulizumab

Handelsname: Poteligeo®
Synonym: KW-0761
Englisch: mogamulizumab

1 Definition

Mogamulizumab ist ein rekombinanter humanisierter Antikörper mit antineoplastischer Wirkung, der bei kutanen T-Zell-Lymphomen eingesetzt wird.

2 Chemie

Mogamulizumab ist ein defucosyliertes, humanisiertes IgG1-Kappa-Immunglobulin. Es wird mittels DNA-Rekombinationstechik aus Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters gewonnen (CHO-Zellen).

3 Wirkmechanismus

Mogamulizumab bindet selektiv an den G-Protein-gekoppelten Rezeptor CCR4, der an der Chemotaxis von Lymphozyten zu verschiedenen Organen beteiligt ist. CCR4 wird vermehrt auf der Oberfläche von einigen Krebszellen (z.B. bei T-Zell-Lymphomen) exprimiert. Die Bindung von Mogamulizumab an CCR4 löst auf der Oberfläche der T-Lymphozyten eine Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC) aus, sodass die Population der entsprechenden T-Zellen verringert wird. Die ADCC wird durch NK-Zellen vermittelt.

4 Pharmakokinetik

Mogamulizumab ist nach intravenöser Gabe vollständig bioverfügbar und wird vermutlich wie endogenes IgG über katabole Wege in kleine Peptide und Aminosäuren abgebaut. Die Clearance beträgt ca. 12 ml/h, die Eliminationshalbwertszeit 17 Tage. Der Steady State wird bei empfohlenem Anwendungsschema nach 12 Wochen erreicht.

5 Indikation

Die Anwendung bei anderen Malignomen (z.B. bei B-Zell-Lymphomen in Kombination mit Pembrolizumab) oder bei HTLV-1-assoziierter Myelopathie (HAM) wird im Rahmen von Studien untersucht.

6 Darreichungsform

Mogamulizumab ist als Konzentrat (4 mg/ml) zur Herstellung einer Infusionslösung verfügbar. Die Lösung muss im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C im Umkarton gelagert werden.

Zur Herstellung der Infusionslösung wird Mogamulizumab in einen Infusionsbeutel mit 0,9%iger Natriumchloridlösung übertragen. Die Endkonzentration der Lösung sollte zwischen 0,1 und 3,0 mg/ml liegen.

7 Dosierung

Mogamulizumab wird in einer Dosis von 1 mg/kgKG als intravenöse Infusion über mindestens 60 Minuten verabreicht. Dabei erfolgt die Anwendung wöchentlich an den Tagen 1, 8, 15 und 22 des ersten 28-tägigen Zyklus. Anschließend werden die Infusionen alle 2 Wochen an den Tagen 1 und 15 jedes nachfolgenden 28-tägigen Zyklus gegeben.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Mogamulizumab zählen u.a.:

Weiterhin besteht unter Therapie mit Mogamulizumab ein erhöhtes Risiko für Infektionen und/oder Virusreaktivierungen (z.B. Follikulitis, Zellulitis, Candidose, Pneumonie, Otitis externa, Herpes-zoster-Infektion). Vor Therapiebeginn sollte auf eine Hepatitis-B-Infektion getestet werden. Die Kombination von Mogamulizumab mit systemischen immunmodulierenden Arzneimitteln oder mit anderen für MF oder SS zugelassenen Therapien wird nicht empfohlen. Systemische Immunsuppressiva sollten ebenfalls vermieden werden. Topische oder niedrigdosierte systemische Glukokortikoide können jedoch verwendet werden.

Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen wird vor der ersten Infusion eine Prämedikation mit einem Antipyretikum und einem Antihistaminikum empfohlen. Bei Auftreten einer Infusionsreaktion ist die Prämedikation auch bei nachfolgenden Infusionen indiziert.

9 Wechselwirkungen

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nicht durchgeführt.

10 Kontraindikationen

Für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine Daten vor.

Weiterhin fehlen Daten über die Anwendung von Mogamulizumab bei Schwangeren, sodass die Anwendung vermieden werden sollte. Bei klinischer Notwendigkeit kann Mogamulizumab in der Stillzeit eingesetzt werden. Weiterhin hat Mogamulizumab einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

11 Studienlage

Mogamulizumab wurde im Rahmen einer randomisierten, multizentrischen Phase-3-Studie (MAVORIC-Studie) an 372 Patienten mit kutanen T-Zell-Lymphomen getestet. Dabei zeigte der Wirkstoff im Vergleich zu Vorinostat eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (7,7 vs. 3,1 Monate) und der Lebensqualität.[1][2]

12 Zulassung

Die Zulassung seitens der EMA wurde am 22.11.2018 erteilt. In Deutschland ist der Wirkstoff seit dem 15. Juni 2020 vergübar.

Inhaber der Zulassung ist Kyowa Kirin Holdings B.V.

13 Kosten

Der Preis von Mogamulizumab ist noch (2020) nicht bekannt. Gerechnet wird mit Jahrestherapiekosten von 50.000 bis 170.000 €.

14 Literatur

15 Quellen

  1. Kim YH et al. Mogamulizumab versus vorinostat in previously treated cutaneous T-cell lymphoma (MAVORIC): an international, open-label, randomised, controlled phase 3 trial, Lancet Oncol. 2018;19(9):1192-1204, abgerufen am 14.07.2020
  2. clinicaltrials.gov Study of KW-0761 Versus Vorinostat in Relapsed/Refractory CTCL, abgerufen am 14.07.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Juli 2020 um 19:10 Uhr bearbeitet.

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