Randomisierte kontrollierte Studie
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LoslegenSynonyme: randomisierte kontrollierte klinische Studie, randomisierte kontrollierte Therapiestudie
Englisch: randomized controlled trial, RCT
Definition
Eine randomisierte kontrollierte Studie, kurz RCT, ist ein Studiendesign für experimentelle Studien, das aufgrund seiner Eigenschaften als „Goldstandard" der klinischen Wirksamkeitsprüfung gilt.
Eigenschaften
"kontrolliert"
Die randomisierte kontrollierte Studie nennt sich kontrolliert, weil es sowohl eine Experimentalgruppe als auch eine Kontrollgruppe gibt. An den Mitgliedern der Experimentalgruppe (Verumgruppe) wird die Intervention durchgeführt, die Mitglieder der Kontrollgruppe erhalten dagegen z.B. eine Schein-Intervention (Placebo), eine aktuelle Standardtherapie oder können unbehandelt bleiben.[1] Im Vergleich zur Scheintherapie oder Nichtbehandlung lassen sich Unterschiede der beiden Gruppen hinsichtlich des eintretenden Effekts direkt auf die getestete Intervention zurückführen. Bei Vergleichen mit einer bereits als wirksam anerkannten Standardtherapie zeigt sich die Wirksamkeit durch Äquivalenz oder Überlegenheit gegenüber der Kontrollgruppe.
"randomisiert"
Die randomisierte kontrollierte Studie nennt sich randomisiert, weil die Zuordnung der Probanden zur Experimental- oder Kontrollgruppe zufällig erfolgt. Dadurch ist gewährleistet, dass beide Gruppen in ihrer Zusammensetzung weitgehend äquivalent sind und bekannte wie unbekannte Störgrößen (Confounder) gleichmäßig verteilt werden. Ergänzt wird die Randomisierung durch die verdeckte Zuteilung (Allocation concealment), bei der die Gruppenzuordnung bis zur Aufnahme verborgen bleibt, um einen Selektionsbias zu vermeiden.
Verblindung
Sofern möglich, werden RCTs verblindet – idealerweise als Doppelblindstudie, bei der weder der Proband noch die Versuchsleiter wissen, welcher Gruppe der Proband angehört. Hierdurch beugt man Verzerrungseffekten (Bias) vor, die entweder vom Probanden (Placebo-Effekt, Hawthorne-Effekt) oder von den Versuchsleitern (Rosenthal-Effekt) herrühren. Eine Verblindung ist allerdings nicht immer durchführbar (z.B. bei chirurgischen Interventionen).
Einteilung
Nach der Gruppenzuordnung unterscheidet man:
- Parallelgruppendesign: Jede Gruppe erhält über den gesamten Studienzeitraum nur eine Intervention.
- Crossover-Design: Jeder Proband durchläuft nacheinander mehrere Interventionen und dient als seine eigene Kontrolle.
Nach der Fragestellung werden Überlegenheits- (Superioritätsstudie), Nichtunterlegenheits- und Äquivalenzstudien unterschieden.
Auswertung
Die Auswertung erfolgt bevorzugt nach dem Intention-to-treat-Prinzip (ITT), bei dem alle Probanden in der ursprünglich zugewiesenen Gruppe analysiert werden – unabhängig davon, ob die Intervention wie geplant durchgeführt wurde. Dies erhält die Vorteile der Randomisierung und verhindert eine Überschätzung des Effekts. Ergänzend kann eine Per-Protocol-Analyse durchgeführt werden.
Evidenzgrad
Die einzelne, methodisch hochwertige RCT entspricht dem Evidenzgrad Ib. Die Metaanalyse bzw. der systematische Review mehrerer RCTs steht mit dem Evidenzgrad Ia an der Spitze der Evidenzhierarchie. Hierauf gründet der Status der RCT als Goldstandard.
Vorteile und Limitationen
Vorteile der RCT sind die weitgehende Minimierung von Confounding und systematischen Fehlern sowie die Möglichkeit kausaler Aussagen über die Wirksamkeit einer Intervention.
Als Nachteile gelten der hohe organisatorische und finanzielle Aufwand, ethische Einschränkungen (eine RCT setzt klinische Gleichwertigkeit der Optionen voraus, Equipoise) sowie eine teils eingeschränkte Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den klinischen Alltag (externe Validität).
Berichterstattung
Quellen
- ↑ Evimed – Randomisierte kontrollierte Studie, abgerufen am 30.06.2026.
- ↑ Hopewell S et al. CONSORT 2025 statement: updated guideline for reporting randomised trials. BMJ. 2025;389:e081123.