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Insektenstich

Synonym: Insektenbiss
Englisch: insect bite

1 Definition

Ein Insektenstich ist eine Verletzung bzw. Integritätsunterbrechung der Haut, die durch Insekten zum Zwecke der Verteidigung oder Nahrungsaufnahme entsteht.

2 Einteilung

Bei Insektenstichen muss grundsätzlich zwischen zwei Arten von Insekten unterschieden werden:

  • Blutsaugende Insekten, die durch das Blut Proteine aufnehmen. Diese brauchen sie, um nach der Paarung Eier entwickeln zu können.
  • Nicht-blutsaugende Insekten stechen in der Regel nur zur Selbstverteidigung, wenn man sich in der Nähe ihres Nestes aufhält oder versehentlich auf sie tritt oder nach ihnen schlägt.

3 Formen

3.1 Blutsaugende Insekten

3.2 Nicht-blutsaugende Insekten

4 Körperliche Reaktionen

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf einen Insektenstich. Grundsätzlich werden toxische, allergische und infektiöse Verläufe unterschieden.

4.1 Toxische Reaktionen

In den meisten Fällen kommt es zur leichten Schwellung, Rötung, Juckreiz und Schmerzen im Bereich der Einstichstelle, die sich innerhalb eines Tages zurückbildet (toxische Reaktion).

Sehr selten kann die Toxinwirkung zur systemischen Reaktion führen. Dabei sind Rhabdomyolyse, Hämolyse, zerebrale Störungen sowie Leber- und Nierenschäden beschrieben. Atypische Stichreaktionen wurden vereinzelt berichtet, z.B. eine Vaskulitis oder eine Serumkrankheit.

4.2 Allergische Reaktionen

Schwere Lokalreaktionen können durch allergische Mechanismen auftreten. Sie können, müssen aber nicht durch IgE vermittelt sein. Die Immunreaktion bewirkt eine Größenzunahme und Persistenz des Hautbefundes über mehrere Tage sowie eine nichtinfektiöse Lymphangitis.

Liegt eine Allergie gegenüber dem Insektengift vor, kann es zu einer systemischen Reaktion vom Soforttyp (Anaphylaxie) kommen. Beispielsweise sind ungefähr 3% der Allgemeinbevölkerung im Laufe des Lebens von einer Anaphylaxie auf einen Bienen- oder Wespenstich betroffen. Todesursachen sind vor allem Obstruktion der Atemwege oder kardiovaskuläres Versagen. Der Schweregrad der Reaktion wird anhand der Allgemeinsymptome klassifiziert:[1]

4.3 Infektiöser Verlauf

Ein Insektenstich kann zum Ausgangspunkt einer Sekundärinfektion werden, die sich meist als stark schmerzhafte Rötung und Schwellung mit einem Intervall von 1 bis 2 Tagen nach dem Insektenstich manifestiert. Klinisch kann sich ein zentral ulzerierendes Ekthym oder eine durch wässrige bis eitrige Bläschen charakterisierte Impetigo entwickeln. Beim Übergang in eine Phlegmone ist eine systemische Behandlung mit Antibiotika indiziert.

5 Therapie

Wenn möglich, sollte als erstes der Stachel aus der Haut entfernt werden. Eine Manipulation der Wunde, z.B. der Versuch, das Gift mit dem Mund auszusaugen oder aus der Wunde zu pressen, ist nicht zielführend. Besser ist die Kühlung des Stichgebiets, um Hyperämie und Schwellung zu reduzieren.

Bei einer ausgeprägten allergischen Reaktion ist eine Behandlung mit lokalen oder systemischen Glukokortikoiden, Antihistaminika, sowie ggf. Adrenalin ratsam. Bei einem anaphylaktischen Schock sollte umgehend ein Notarzt gerufen werden.

  1. Insektenstiche, DAZ, abgerufen am 17.7.2019
Der Einsatz von Antibiotika richtet sich nach der Schwere der Infektion. Eine prophylaktische Gabe bei umschriebenen Entzündungen ist in den meisten Fällen sinnlos. Beim drohenden Übergang in eine Phlegmone ist eine Gabe jedoch notwendig.
#4 vor 50 Minuten von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Danke "Fachtierarzt Nr. 1 und Nr. 2" für die "Einschätzung" - die deckt sich mit der meinen. Nun hat aber der ursprüngliche Verfasser runtergebetet, was er im Studium gelernt hat ... hat irgendeiner einen evidenzbasierten Beleg dafür, daß das meiner Frau verordnete Antibiotikum "Sinn" macht - im Einzelfall wenigstens ?
#3 gestern von Dr. Udo Moosmann (Tierarzt)
Nutzlose Antibiotikaanwendungen bei Insektenstichen gefährden stärker als das kleine Übel.
#2 vor 26 Tagen von Dr. med. Martin P. Wedig (Arzt)
Rötung, Schwellung werden in meisten Fallen durch d. Insekten-Gift hervorgerufen. Ther.: Zugsalbe (Essgsäure Tonerde, Ilon,Zinkoxyd),Kühlung
#1 am 04.09.2016 von Laszlo SALOMVARY (Arzt)

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