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Neutrophiler Granulozyt

Synonyme: Neutrophiler, Granulocytus neutrophilicus
Englisch: neutrophilic leukocyte

1 Definition

Neutrophile Granulozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie werden zum unspezifischen, angeborenen Immunsystem gezählt.

siehe auch: Differentialblutbild

2 Morphologie

Neutrophile Granulozyten sind kugelförmige Zellen mit einem Durchmesser von etwa 10 bis 15 µm. Charakteristisch für die ausgereiften Zellen ist der aus drei bis fünf Segmenten bestehende Zellkern ("polymorphkernig"). Nach dem Aspekt des Zellkerns unterteilt man die neutrophilen Granulozyten in:

In der Hämatologie unterscheidet man ferner hyposegmentierte und hypersegmentierte Granulozyten.

Das Zytoplasma neutrophiler Granulozyten enthält verschiedene Arten von Granula, deren Enzymausstattung die Grundlage ihrer Wirksamkeit gegen zahlreiche Mikroorganismen ist.

  • Sekundäre Granula: Sie sind spezifisch für neutrophile Granulozyten, was ihnen den Namen "spezifische Granula" verschafft. Sekundäre Granula enthalten Enzyme wie Lysozyme, Kollagenase, Gelatinase, Histaminase, Elastase und Plasminogenaktivatoren. Sie reagieren nicht mit basischen oder sauren Farbstoffen. Elastase, Kollagenasen und PDGF (platelet-derived growth factor) gewährleisten die schnelle Migration zum Infektionsherd und unterstützen die Wundheilung.
  • Tertiäre Granula: Sie sind kleiner als die anderen Granula und enthalten im wesentlichen Gelatinase.

Neben diesen Granula wird auch noch ein vierter und fünfter Granulatyp unterschieden, für die Katalase bzw. alkalische Phosphatase typisch sind.

3 Physiologie

Neutrophile Granulozyten werden im Rahmen der Granulopoese im Knochenmark fortlaufend aus hämatopoetischen Stammzellen gebildet. Anschließend werden sie in das Blut abgegeben. Im Blutkreislauf zirkulieren neutrophile Granulozyten weniger als einen Tag und wandern dann per Diapedese ins Interstitium aus, wo sie 2-3 Tage verweilen.

Neutrophile Granulozyten dienen der Erstabwehr von Bakterien, entweder durch Phagozytose oder durch Exozytose bakterizider Stoffe (Defensine, tPA u.a.) aus ihren Granula. Darüber hinaus sind sie zur Ausbildung von Neutrophil Extracellular Traps (NETs) befähigt.

Die Aktivierung der neutrophilen Granulozyten erfolgt über Bestandteile von pathogenen Bakterien und Zytokine wie Tumornekrosefaktor (TNF) und Interleukin-1. Wichtige chemotaktische Signale für neutrophile Granulozyten sind der Komplementfaktor C5a, der Lipidbotenstoff Leukotrien B4 (LTB4) sowie Interleukin-8.[1][2][3]

4 Quellen

  1. Guo RF, Ward PA: Role of C5a in inflammatory responses. Annu Rev Immunol 2005;23:821-52. doi: https://doi.org/10.1146/annurev.immunol.23.021704.115835
  2. Lämmermann T, Afonso PV, Angermann BR, Wang JM, Kastenmüller W, Parent CA, Germain RN: Neutrophil swarms require LTB4 and integrins at sites of cell death in vivo. Nature. 2013 Jun 20;498(7454):371-5. doi: https://doi.org/10.1038/nature12175.
  3. Zeilhofer HU, Schorr W. Role of interleukin-8 in neutrophil signaling. Curr Opin Hematol. 2000 May;7(3):178-82.

5 Bildquellen

  • "Neutrophile Granulozyten" mit freundlicher Genehmigung der Firma Sysmex

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Februar 2021 um 13:40 Uhr bearbeitet.

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