Hämatologie
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Loslegenvon altgriechisch: αἷμα ("haîma") - Blut; λόγος ("logos") - Lehre
Englisch: hematology (AE), haematology (BE)
Definition
Die Hämatologie ist das Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Histologie und Physiologie des Blutes, der blutbildenden Organe und des lymphatischen Systems sowie mit deren Erkrankungen befasst. Sie schließt die Hämostaseologie (Lehre von der Blutgerinnung) ein. Der onkologische Teilbereich wird als Hämatoonkologie bezeichnet.
Einteilung
Die Hämatologie gliedert sich in mehrere eng verzahnte Teilbereiche:
- Zelluläre Hämatologie – Morphologie und Funktion der Blutzellen sowie der Hämatopoese
- Hämatoonkologie – maligne Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems
- Hämostaseologie – physiologische und pathologische Blutgerinnung
- Transfusionsmedizin – Gewinnung, Aufbereitung und Anwendung von Blutprodukten
Die Übergänge zur Onkologie, Immunologie und Labormedizin sind fließend.
Erkrankungen
Hämatologische Erkrankungen betreffen die korpuskulären Blutbestandteile, die blutbildenden Organe oder das Gerinnungssystem. Die malignen Formen werden nach der aktuellen WHO-Klassifikation hämatolymphatischer Tumoren (5. Auflage, WHO-HAEM5, 2022) eingeteilt.[1][2]
| Gruppe | Beispiele |
|---|---|
| Anämien | Eisenmangelanämie, megaloblastäre Anämie, hämolytische Anämie |
| Störungen der Leukozyten | Leukozytose, Leukopenie, Agranulozytose |
| Hämatologische Neoplasien | Leukämien, Lymphome, multiples Myelom, myeloproliferative und myelodysplastische Neoplasien |
| Hämostasestörungen | Hämophilie, Thrombozytopenie, Thrombophilie |
Diagnostische Verfahren
Die hämatologische Diagnostik kombiniert Labor-, morphologische und molekulare Methoden. Zentrale Verfahren sind:
- Blutbild und Differentialblutbild
- mikroskopischer Blutausstrich
- Knochenmarkpunktion mit Zytologie und -histologie
- Durchflusszytometrie zur Immunphänotypisierung
- Zytogenetik und Molekulargenetik
- Gerinnungsdiagnostik
Die Befunde werden integrativ bewertet, da viele Diagnosen erst aus der Zusammenschau mehrerer Verfahren resultieren.
Therapieverfahren
Das therapeutische Spektrum reicht von supportiven bis zu kurativen Verfahren:
- medikamentöse Therapie (Chemotherapie, zielgerichtete Therapien wie Tyrosinkinase-Inhibitoren, Immuntherapie inkl. monoklonaler Antikörper und CAR-T-Zell-Therapie)
- Transfusion von Blutprodukten
- hämatopoetische Stammzelltransplantation (autolog oder allogen)
- Substitutions- und gerinnungsmodulierende Therapie bei Hämostasestörungen
Quellen
- ↑ Alaggio R et al. The 5th edition of the World Health Organization Classification of Haematolymphoid Tumours: Lymphoid Neoplasms. Leukemia. 2022;36(7):1720–1748.
- ↑ Khoury JD et al. The 5th edition of the World Health Organization Classification of Haematolymphoid Tumours: Myeloid and Histiocytic/Dendritic Neoplasms. Leukemia. 2022;36(7):1703–1719.
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