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Blasenmole

Synonym: Chorionepitheliom

1 Definition

Unter einer Blasenmole versteht man eine blasenförmige Fehlbildung der Chorionzotten der weiblichen Plazenta, die kausal durch eine pathologische Proliferation des Trophoblasten ausgelöst wird.

2 Formen

Man unterscheidet invasive und nicht-invasive Formen der Blasenmole.

  • Invasive Blasenmole (Mola destruens): Sie stellt die maligne Form der Blasenmole dar. Die Zotten wachsen invasiv in den umgebenden Raum ein und sind im Myometrium und in den angrenzenden Blutgefäßen zu finden.

3 Symptome

Als Zeichen einer Blasenmole können auftreten:

  • uterine Blutung
  • wehenartige Schmerzen
  • schnell wachsender Uterus
  • keine kindlichen Herztöne
  • sehr starke Übelkeit (Hyperemesis gravidarum)
  • u.U. Abgang von Blasenmolenbestandteilen aus dem Muttermund

Der Schwangerschaftstest fällt bei einer Blasenmole in der Regel hoch positiv aus.

4 Komplikationsmöglichkeiten

Aus einer unbehandelten Blasenmole kann sich in 2-15% aller Fälle ein Chorionkarzinom entwickeln. Oft gleichzeitig bestehende Luteinzysten des Ovars können torquieren oder rupturieren. Blasenmolen tragen immer das Risiko einer Blutung mit sich. Bei therapeutischen Manipulationen am Uterus besteht stets eine erhöhte Perforations- und Rupturgefahr.

5 Diagnostik

Bei der klinischen, labormedizinischen und bildgebenden Diagnostik sind folgende Befunde zu erheben:

  • großer, weicher Uterus bei der Palpation
  • "Schneegestöber" in der Sonographie, eine invasive Blasenmole zeigt diskontinuierlich in das Myometrium einwachsende Anteile
  • Exzessiv erhöhte HCG-Werte (durchaus über 1 Mio. IE/l)

Als fakultativer Befund finden sich bei einem Teil der Fälle Luteinzysten des Ovars (HCG-Überstimulation).

6 Therapie

Die Therapie einer Blasenmole besteht in ihrer Entfernung. Die Ausstoßung der Blasenmole wird in der Regel mit der Gabe von Prostaglandinen eingeleitet. Folgend erfolgt eine manuelle Nachtastung des Uterus mit vorsichtiger Entfernung der Reste, gegebenenfalls erfolgt eine Kürettage (Saugkürettage). Unter der Nachtastung erfolgt in der Regel die Gabe von Oxytocin zur Tonisierung des Uterus und Minimierung des Blutungsrisikos. Zusätzlich erfolgt eine Antibiotika-Prophylaxe mit einem Breitspektrumantibiotikum.

Da immer Blutungen zu befürchten sind, sollten vor dem Eingriff Erythrozytenkonzentrate bereitgestellt werden. Bei schweren Blutungen müssen unter Umständen operative Maßnahmen bishin zur Hysterektomie ergriffen werden.

7 Nachsorge

Nach der Enfernung der Blasenmole sollten die HCG-Spiegel wöchentlich kontrolliert werden, bis mindestens an drei aufeinanderfolgenden Messungen kein HCG mehr nachweisbar ist. Dies sollte nach maximal 12 Wochen der Fall sein.

Bestehen Zweifel an der vollständigen Entfernung kann eine Nachkürretage erwogen werden.

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