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Erythrozytenkonzentrat

Abkürzung: EK
Synonym: "Blutkonserve" (umgangssprachl.)
Englisch: red cell concentrate

1 Definition

Erythrozytenkonzentrate sind Blutprodukte, die man zur Transfusion verwendet. Sie werden aus Vollblut gewonnen und bestehen überwiegend aus roten Blutzellen (Erythrozyten).

2 Herstellung

Erythrozytenkonzentrate können mittels Erythrozytapherese maschinell direkt am Spender gewonnen werden oder durch Fraktionierung von Vollblut in einem Blutspendezentrum. Im letzteren Fall wird durch Zentrifugieren eine Auftrennung des Vollblutes in Erythrozyten, "Buffy Coat" und zellfreies Blutplasma erreicht. Nach dem Abtrennen des Überstands (Buffy Coat und Plasma) bleiben die Erythrozyten zurück, die dann in einer Stabilisatorlösung aufgeschwemmt werden. Durch eine zusätzliche Filterung wird eine Leukozytendepletion erreicht.

2.1 Gewaschene Erythrozytenkonzentrate

Der noch verbliebene Plasmaanteil im Erythrozytenkonzentrat kann durch erneutes Aufschwemmen und Zentrifugieren weiter reduziert werden. Dabei entstehen "gewaschene" Erythroyztenkonzentrate, die das Risiko von Unverträglichkeiten weiter reduzieren.

2.2 Bestrahlte Erythroyztenkonzentrate

In bestimmten Situatonen (z.B. bei immunsupprimierten Patienten) wird eine zusätzliche Bestrahlung des Erythozytenkonzentrats vorgenommen, um alle lebenden DNA-haltigen Zellen, insbesondere die Leukozyten, abzutöten. Durch die Bestrahlung wird die Übertragung immunkompetenter Zellen des Spenders auf den Empfänger verhindert und damit das Risiko einer transfusionsassoziierten Graft-versus-Host-Reaktion gesenkt.

3 Indikation

Erythrozytenkonzentrate werden zum Ersatz fehlender Erythrozyten bei akuten oder chronischen Anämien (z.B. bei starkem Blutverlust) eingesetzt.

4 Anwendung

Erythrozytenkonzentrate müssen im ABO-System kompatibel sein. Daher gehört zur Transfusionsvorbereitung im Regelfall die Blutgruppenbestimmung einschließlich Antikörpersuchtest. Vor der Transfusion eines Erythrozytenkonzentrats muss, von lebensbedrohlichen Notfällen abgesehen, eine serologische Verträglichkeitsprobe (Kreuzprobe) durchgeführt werden.

Unmittelbar vor der Transfusion muss vom transfundierenden Arzt der ABO-Identitätstest (Bedside-Test) durchgeführt werden. Die Transfusionsgeschwindigkeit wird dem klinischen Zustand des Patienten angepasst.

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