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Amyloidarthropathie

(Weitergeleitet von Amyloid-Arthropathie)

Englisch: amyloid arthropathy

1 Definition

Als Amyloidarthropathie werden (peri-)artikuläre Manifestationen einer Amyloidose zusammengefasst.

2 Hintergrund

Amyloidosen sind gekennzeichnet durch extrazelluläre Ablagerung von unlöslichen, polymeren Proteinfibrillen. Es existieren viele verschiedene Amyloidosen, wobei man orientierend vier Hauptformen unterscheiden kann:

3 Lokalisation

Die Amyloidarthropathie betrifft hauptsächlich folgende Gelenke:

4 Bildgebung

Die Amyloidarthropathie ist eine erosiv-destruktive Gelenkerkrankung.

4.1 Röntgen

Folgende Röntgenbefunde finden sich bei einer Amyloidarthropathie:

4.2 Magnetresonanztomographie

In der Magnetresonanztomographie (MRT) finden sich weitergehende Hinweise auf eine Amyloidarthropathie:

  • Infiltration bzw. Verbreiterung von Sehnen: hypointens in allen MR-Sequenzen; v.a. im Bereich der Schulter oder der Flexorensehnen im Karpaltunnel
  • großer Gelenkerguss und Bursitis: hypointens in T1, hyperintens in flüssigkeitssensitiven Sequenzen (T2-FS, PD-FS, STIR)
  • Verdickung der Gelenkkapsel: hypointens in allen Sequenzen
  • Synovialitis: nodulär oder verbreiterte Hypointensität in allen Sequenzen.
  • große Erosionen, gefüllt mit hypointensem Material (in flüssigkeitssensitiven Sequenzen evtl. inhomoge hypo- und hyperintense Signalintensität)
  • keine paramagnetischen Effekte in Gradientenecho-Sequenzen
  • moderates Kontrastmittel-Enhancement der Synovialitis und der Ablagerungen
  • Karpaltunnelsyndrom: Sehnenverdickung, Verbreiterung oder Enhancement des Nervus medianus, palmare Verbiegung des Retinaculum flexorum
  • pathologische Frakturen: lineare hypointense Frakturlinie (T1w), umgeben von hyperintensem Ödem (T2w)
  • Wirbelsäule: irreguläre Endplatten mit hyperintensem Signal in flüssigkeitssensitiven Sequenzen, Verschmälerung der Bandscheibenfächer
  • Amyloidom: pseudotumoröse Amyloidablagerung mit osteolytischer Knochenläsion

4.3 Ultraschall

  • Erosionen, gefüllt mit echogenem Material
  • Sehnenverdickung
  • echogene "Kissen" zwischen Muskelschichten
  • abnorme Flüssigkeitsansammlungen

5 Differenzialdiagnosen

  • Gichtarthropathie: Ablagerungen zeigen ähnliches MR-Muster (hypointens in T1, gemischt in T2), ähnliche klar umschriebene Erosionen. Keine so prominente tendinöse Infiltration, mehr fokale Tophi.
  • Brauner Tumor bei Hyperparathyreoidismus: niedriges T1- und T2-Signal (oder inhomogen). Falls der Kortikalis anliegend, kann das Bild einer Erosion entstehen. Sehnenruptur ebenfalls möglich.
  • Hämophile Arthropathie: Niedriges T1-, relativ niedriges T2-Signal (inhomogen) der Ablagerungen. Erosionen gefüllt mit hyperintenser Flüssigkeit. Blooming-Artefakt in Gradientenecho-Sequenzen (Eisen).
  • Pigmentierte villonoduläre Synovialitis (PVNS): niedriges T1-, relativ niedriges T2-Signal (inhomogen) der Ablagerungen. Erosionen gefüllt mit hyperintensem Erguss. Blooming-Artefakt in Gradientenecho-Sequenzen (Hämosiderin)
  • Rheumatoide Arthritis: ähnlich der AL-Amyloidose mit symmetrischen Erosionen, subchondralen Zysten und Rheumaknoten. Erosionen enthalten hyperintenses Material.

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Oktober 2021 um 17:23 Uhr bearbeitet.

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