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Hereditäre ATTR-Amyloidose

1 Definition

Bei der hereditären ATTR-Amyloidose, kurz hATTR, handelt es sich um eine seltene, autosomal-dominant vererbte Amyloidose, bei der durch verschiedene Mutationen im TTR-Gen abnorm gefaltete Transthyretin-Varianten gebildet werden.

2 Genetik

Es sind mehr als 150 verschiedene amyloidogene Mutationen bekannt, die sich unterschiedllich manifestieren. Die häufigste Mutation ist Val30Met (V30M). Weitere relevante Mutationen sind Thr60Ala (T60A) und Val122Ile (V122I).

3 Symptome

Die klinische Symptomatik wird durch die fortschreitende Ablagerung des abnormen Transthyretins in Nervensystem, Herz, Nieren, Augen, Sehnen und/oder Bändern geprägt. Bei primärem Befall des Nervensystems wird diese Erkrankung auch als familiäre Amyloidpolyneuropathie (FAP) gelabelt, bei hauptsächlichem Befall des Herzens als familiäre Amyloidkardiomyopathie (FAC). Diese ältere symptomatische Einteilung ignoriert jedoch die Tatsache, das sich die meisten TTR-Mutationen sowohl im Nervengewebe als auch in der Herzmuskulatur ablagern.

Zu den möglichen Symptomen zählen:

Der Onset der Symptome ist bei nicht verwandten Merkmalsträgern interindividuell sehr unterschiedlich. Die Erkrankung kann sich bereits in einem Alter von 20 Jahren manifestieren, in einigen Fällen aber erst im Senium. Die Korrelation zwischen Mutation und Symptomatik ist generell gering. Innerhalb einer Familie ist der Verlauf und die klinische Symptomatik jedoch relativ konsistent.

4 Diagnostik

Die TTR-Mutationen können molekulargenetisch durch einen Gentest nachgewiesen werden. Aufgrund der relativ spät einsetzenden und uncharakteristischen Symptomatik wird dieser Diagnosepfad jedoch selten direkt beschritten. Maßnahmen, die zur Diagnose führen können sind:

Die durchschnittliche Zeit bis zur Diagnosestellung beträgt 4 Jahre.

5 Therapie

Die Therapie war lange Zeit rein symptomatisch. Der zugrundeliegende Gendefekt der hATTR kann zwar immer noch nicht beseitigt werden (Stand 2019), jedoch sind mittlerweile Therapieoptionen verfügbar, mit der sich die Symptomatik und das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen lassen.

5.1 Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie zielt primär auf die Reduktion der Amyloidbildung.

Darüber hinaus werden verschiedene Arzneistoffe zur Linderung der Symptomatik eingesetzt.

5.2 Operative Therapie

  • Lebertransplantation: Durch die Leber eines gesunden Spenders kann die Synthese des abnormen TTR deutlich reduziert werden.
  • Herztransplantation: Ersatz des Amyloid-geschädigten Herzens durch ein gesundes Spenderorgan

In einigen Fällen wird auch eine kombinierte Transplantation durchgeführt.

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Fachgebiete: Rheumatologie

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