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Tumorschmerz

1 Definition

Unter dem Begriff Tumorschmerz versteht man Schmerzzustände, die durch Raumforderungen – im engeren Sinne durch Krebserkrankungen – ausgelöst werden. Etwa 60 % der Menschen, die an einer bösartigen Tumorerkrankung leiden, haben es mit Tumorschmerzen verschiedenster Art zu tun. Dabei kann es sich um akute Schmerzattacken, aber auch um chronisch-manifestierte Tumorschmerzen handeln. Neben dem eigentlichen Tumor kann auch die begleitende Therapie (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung) zu mitunter starken Schmerzen führen.

2 Auslöser

Ein Tumorschmerz im eigentlichen Sinne wird durch das Krebsgeschwür direkt ausgelöst. Je nach Lokalisation im menschlichen Körper gibt es eine mehr oder weniger große Dichte an Nozizeptoren (Schmerzrezeptoren). Befindet sich der Tumor in einer Region mit hoher Anzahl an Schmerzsensoren, so entsteht durch sein Wachstum ein entsprechend starker Schmerzzustand. Innerhalb der inneren Organe und im Gehirn existieren gar keine Schmerzrezeptoren, so dass Tumoren dort lange unerkannt bleiben. Tumorschmerzen können neben dem Primärtumor auch von vorliegenden Metastasen ausgelöst werden. Je nach Lokalisation im Körper unterscheidet man mehrere Arten von Tumorschmerzen:

  • Nervenschmerzen: neuropathische Schmerzen durch Kompression von Nerven durch eine wachsende Raumforderung. Auch die Krebstherapie wie Chemo, Operation oder Bestrahlung können mitunter starke Nervenschmerzen hervorrufen.
  • Weichteil- und Knochenschmerzen: Hierbei handelt es sich um Regionen mit hoher Dichte an Schmerzrezeptoren. Die charakteristischen Merkmale eines Tumorschmerzes sind hier, dass er gut lokalisierbar ist und dass es sich um einen dumpfen Schmerz handelt. Das Frakturrisiko – insbesondere im Bereich von Femur und Wirbelsäule – ist hier ebenfalls stark erhöht.
  • Viszerale Schmerzen: Diese Form des Tumorschmerzes tritt bei einer Krebserkrankung der inneren Organe auf. Schmerzrezeptoren existieren bei den inneren Organen lediglich in den Kapseln bzw. Hüllen, während es im inneren Gewebe keine Nozizeption gibt. Aus diesem Grund fallen Krebsgeschwüre hier ungünstigerweise erst sehr spät auf. Ursache eines viszeralen Tumorschmerzes ist also stets das Wachstum des Tumors mit Druck auf die Organhüllen, das Rippenfell oder sonstige Strukturen außerhalb der Organe. Im Gegensatz zu den Tumorschmerzen in den Weichteilen oder dem Skelett sind die Schmerzen hier sehr schlecht lokalisierbar und haben oft einen krampfartigen Charakter.
  • Schmerzen nach einer Krebsbehandlung
  • indirekte Tumorschmerzen: Es entstehen Schmerzen durch tumorbedingte Durchblutungsstörungen, Nekrosen, Muskelverspannungen oder Embolien

3 Schmerzqualitäten

Tumorschmerzen können wie folgt erlebt werden:

  • heiß
  • brennend
  • pulsierende
  • krampfend
  • dumpf
  • stechend
  • ziehend
  • bohrend
  • drückend

4 Diagnose

5 Therapie

Im Rahmen der Therapie von (speziell chronischen) Tumorschmerzen erweist sich ein multimodales Vorgehen als besonders effektiv. Dies sollte bestehen aus:

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