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Mukositis

Synonym: Mucositis
Englisch: mucositis

1 Definition

Eine Mukositis ist eine Schleimhautentzündung, insbesondere der Mucosa des Verdauungstraktes. Sie tritt häufig im Rahmen einer Chemo- oder Strahlentherapie (Radiogene Mukositis) auf und kann den gesamten Verdauungstrakt betreffen.

Eine besondere Form der Mukositis ist die Stomatitis.

2 Epidemiologie

Das Auftreten einer Mukositis ist abhängig von der Art und Dosis der eingesetzten Chemotherapeutika bzw. der Strahlendosis. Bei einer Standardchemotherapie entwickeln etwa 40% der Patienten eine Mukositis. Im Rahmen einer Hochdosistherapie kann bei bis zu 75% der Patienten eine Mukositis auftreten. Insbesondere Antimetabolite, wie zum Beispiel Methotrexat, 5-Fluoruracil und Cytarabin bergen ein hohes Mukositis-Risiko.

Die Strahlentherapie im Kopfbereich oder im Bereich des Abdomens wird in mehr als 50% der Fälle von einer Mukositis begleitet, deren Intensität oft Grad III oder Grad IV (s.u.) erreicht.

3 Pathogenese

Die Schleimhaut des Gastrointestinaltrakts ist ein Gewebe mit hoher Regenerationsrate bzw. mit hohem Zell-Turnover. Im Rahmen der Chemo- oder Radiotherapie wird die Fähigkeit der basalen Stammzellen, sich zu teilen und dadurch neue Zellen zu bilden, deutlich eingeschränkt. Die Schleimhaut atrophiert und wird dadurch anfälliger gegenüber chemischen und mechanischen Beanspruchungen sowie gegenüber Mikroorganismen.

4 Symptome

Durch die Symptome können Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme auftreten, die eine parenterale Ernährung oder PEG-Ernährung notwendig machen.

4.1 Einteilung

Eine Mukositis kann nach Seegenschmiedt[1] in verschiedene Grade unterteilt werden.

Grad Symptomatik
Grad 0 Keine Veränderung
Grad I Geringes Erythem, Beläge oder geringe Schmerzen
Grad II Schmerzhafte fleckförmige Mukositis, blutige Beläge
Grad III Konfluierende, fibrinöse Mukositis, starke Schmerzen
Grad IV Tiefe Ulzera, Hämorrhagie

5 Quellen

  1. Seegenschmiedt, MH: Strahlentherapie; Springer-Verlag, Heidelberg 2006

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