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PEG-Ernährung

Synonyme: PEG-Sondenernährung, Ernährung über perkutane Magensonde
Englisch: PEG nutrition

1 Definition

Unter der PEG-Ernährung versteht man eine enterale Ernährung, die mittels einer PEG-Sonde erfolgt. Die PEG ist eine spezielle Anlageform von Ernährungssonden, bei der die Sonde mittels Endoskopie eingesetzt und perkutan nach aussen abgeleitet wird.

2 Hintergrund

Der Patient wird sozusagen laienhaft ausgedrückt über einen Schlauch am Bauch versorgt. Enteral bedeutet in diesem Fall die Ernährung erfolgt über den Gastrointestinaltrakt und nicht wie beim Zentralvenenkatheter über die Vene. Im letzteren Fall würde man von parenteralen Ernährung sprechen.

3 Indikationen

Die Indikationen zu dieser Ernährungsform liegt vor, wenn der Patient nicht mehr selbsständig oral Nahrung zu sich nehmen kann. Dies kann im Rahmen von Schluckstörungen ebenso der Fall sein, wie bei vorliegendem Koma des Patienten.

Schwierig wird es bei Patienten im Terminalstadium einer Erkrankung oder bei Demenzkranken. Laut Studienlage führt eine Ernährung über eine PEG-Sonde nicht zu einer Verlängerung der Überlebenszeit bei Demenzkranken. Kritikern zufolge wird diese Form der Nahrungsgabe zu häufig herangezogen, wenn Füttern und Versorgen zu zeitaufwendig und kompliziert sind als bei pflegebedürftigen Patienten. Studien zeigen, dass mit adäquater Bemühung auch ohne PEG-Sonde eine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr erreicht werden kann. Die reine Diagnose einer Demenz ist demnach keine Indikation zur PEG-Sondenernährung, sofern nicht weitere Indikationen hinzukommen.

4 Kostaufbau

Am Tag der Anlage der PEG-Sonde wird in den ersten 8 Stunden nichts verabreicht. Dann wird mit 50 ml Wasser begonnen. Dieses darf in den folgenden Stunden zeitlich versetzt 4 mal appliziert werden. 24 Stunden nach der PEG-Sondenanlage kann mit der Gabe von Sondennahrung in kleinen Boli (50-75 ml) begonnen werden. Diese werden abwechselnd mit Wasser in gleicher Menge verabreicht.

In den folgenden zwei Tagen wird dies gesteigert je nachdem, wie der Patient reagiert. So verabreicht man am zweiten Tag 5 mal 100 ml Wasser und 6-8 mal 150 ml Sondennahrung. An Tag drei wird die Sondenkost auf etwa 200 ml gesteigert.

Die Menge an Nahrung und Flüssigkeit richtet sich nach dem Stoffumsatz des Patienten und seinen Grunderkrankungen. An diese muss auch die Art der Sondennahrung angepasst werden. So gibt es spezielle Sondennahrung für Patienten mit Niereninsuffizienz und Diabetes. Eine ausgewogene Stoffwechsellage sollte angestrebt werden. Bei Intensivpatienten ist es ratsam darauf zu achten, dass der Patient nicht in einen katabolen Stoffwechsel gerät.

Wenn der Patient erbricht, sind die Boli zu groß gewählt und kleinere Bolusmengen müssen gewählt und die zeitlichen Abstände der Gabe verändert werden. Zudem kann man zwischen der Einmalapplikation oder der Pumpenapplikation wählen. Die Portionsgröße sollte 200 ml nicht überschreiten und mit einer Dauer von 15ml/min verabreicht werden.

Zwischen der Verabreichung sollten Pausen von 1-2 Stunden liegen.

Bei der Verabreichung der Nahrung sollte der Patient mit 45 Grad Oberkörperhochlagerung gelagert werden, um einen Reflux und eine konsekutive Aspirationspneumonie zu vermeiden.

Nach jeder Applikation muss die Sonde mit warmen Wasser (ca. 30 ml) gespült werden.

Auch lösliche Medikamente können über die Sonde verabreicht werden. Diese sollten dann in etwa 100 ml Wasser aufgelöst werden. Auf die entsprechende Galenik des Medikamentes ist zu achten.

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