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Humanes Papillomvirus

(Weitergeleitet von Humanes Papillomavirus)

Synonyme: humanes Papillomavirus, humanpathogenes Papillomvirus, HPV
Englisch: human papilloma virus, HPV

1 Definition

Die humanen Papillomviren, kurz HPV, sind unbehüllte, doppelsträngige DNA-Viren, die zur Familie der Papillomaviridae gehören.

2 Einteilung

Man unterscheidet mehr als 150 verschiedene Virustypen, die in die Supergruppen A, B und E der Papillomaviren eingeordnet werden. Generell können drei Manifestationslokalisationen unterschieden werden: Anogenitalregion, orale Schleimhaut und Haut.

Erkrankung Häufigste HPV-Typen
Condylomata acuminata 6, 11
Verruca vulgaris 2, 27, 57
Verruca plantaris 1, 2, 4, 10, 27, 57, 65
Zervikale intraepitheliale Neoplasie 16, 18, 31, 33
Condylomata plana mit dem Sonderfall Bowenoide Papulose 16, 18, 31, 33
Zervixkarzinom 16, 18, 31, 45
Oropharynxkarzinome 16, 18
Analkarzinom 16, 18
Condylomata gigantea (Buschke-Löwenstein Riesencondylome) 6, 11
Larynxpapillome 6, 11

Beachtlich ist das hohe Entartungsrisiko in Form von assoziierten Neoplasien.

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3 Diagnostik

Die klassische Virusdiagnostik mittels Elektronenmikroskopie oder Zellkultur ist zum HPV-Nachweis nicht geeignet. Das humane Papillomvirus lässt sich am besten durch eine PCR oder mit einem HPV-DNA-Test in Zellabstrichen nachweisen. Da die PCR nur spezialisierten Laboratorien vorbehalten ist, hat sich der HPV-DNA-Test zum Standard entwickelt. Eine Identifikation des exakten Virustyps ist mit diesem Test nicht möglich. Der Test beweist das Vorliegen von HPV, schließt aber nicht aus, dass bereits eine Infektion stattgefunden hat.

Bei mikroskopischer Untersuchung des Zellabstrichs erkennt man vakuolisierte Keratinozyten auch Koilozyten oder Ballonzellen genannt. Ein weiteres Testverfahren ist der Essigsäuretest, bei dem sich infizierte Areale weißlich färben.

4 Immunologie

Einige humane Papillomviren verfügen wahrscheinlich über Defensivmechanismen, um dem Immunsystem, insbesondere den dendritischen Langerhans-Zellen der Haut und Schleimhaut, zu entgehen. HPV16 tritt in die Lagerhans-Zellen über das Annexin A2/S100A10 ein, was keine Immunreaktion der Zelle auslöst. In Studien konnte gezeigt werden, das Langerhans-Zellen in HPV-Läsionen eine sphärische From einnehmen, keine Dendriten ausbilden und das suppressive Zytokin Interleukin-10 produzieren.

5 Impfung

Seit 2007 besteht in Deutschland die Möglichkeit zur Impfung gegen bestimmte Subtypen des Humanen Papillomavirus. Insbesondere die Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 werden mit der Entstehung von Zervixkarzinomen assoziiert. Aktuell kommen daher zwei Impfstoffe zum Einsatz: Cervarix® gegen die Subtypen 16 und 18 sowie Gardasil® 9, das zusätzlich gegen die Typen 31, 33, 45, 52, 58 sowie 6 und 11 wirksam ist. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sieht vor, dass alle Kinder bzw. Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren geimpft werden sollen. Wenn die Impfung versäumt wurde, soll bis zum Alter von 17 Jahren nachgeimpft werden.

6 Therapeutische Bedeutung

In Zusammenhang mit Oropharynxkarzinomen lässt sich für HPV-positive Patienten aus radioonkologischer Sicht ein verbesserter Therapieerfolg verzeichnen. Dies lässt sich durch den vom HP-Virus induzierten, veränderten DNA-Reparaturmechanismus (PARP1‐EJ) erklären.

Fachgebiete: Mikrobiologie

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