Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Hirnmetastase

(Weitergeleitet von Gehirnmetastase)

Synonyme: Gehirnmetastase, zerebrale Metastase

1 Definition

Eine Hirnmetastase ist die im Hirngewebe angesiedelte Tochtergeschwulst (Metastase) eines malignen Tumors, der außerhalb des Gehirns lokalisiert ist.

2 Ätiologie

Hirnmetastasen entstehen bei verschiedenen Ausgangstumoren, z.B. bei Bronchialkarzinomen, Mammakarzinomen, Nierenzellkarzinomen und bei malignen Melanomen. Sie sind häufiger als primäre Hirntumoren und haben in der Regel eine schlechte Prognose. Der häufigste Primärtumor, von dem eine Hirnmetastase ausgeht, ist das Bronchialkarzinom.

3 Pathogenese

Hirnmetastasen entstehen meist durch hämatogene Metastasierung. Einzelne Tumorzellen oder Tumorzellcluster erreichen das Gehirn über die Hirnarterien und setzen sich im Bereich der Endstrombahn in kleineren Arteriolen oder Blutkapillaren fest. Dort beginnt dann die Extravasation der Tumorzellen und die Invasion des Nervengewebes. Die Blut-Hirn-Schranke wird dabei lokal zerstört. Da die extrazelluläre Matrix des Hirngewebes nur einen geringen Kollagenfaseranteil hat, können sich die Tumorzellen relativ schnell ausbreiten.

4 Klassifizierung

  • Solitäre Hirnmetastase: Einzelne Metastase im Gehirn, keine weiteren Metastasen außerhalb des ZNS
  • Singuläre Hirnmetastase: Einzelne Metastase im Gehirn, weitere Metastasen außerhalb des ZNS
  • Multiple Hirnmetastasen: Mehrere Metastasen im Gehirn

5 Abgrenzung

Von Hirnmetastasen abgegrenzt werden Absiedelungen von Tumorzellen in die Liquorräume des ZNS (Meningeosis neoplastica) und die diffuse Infiltration des Hirngewebes durch Tumorzellen eines ZNS-fremden Tumors (Karzinose).

6 Lokalisation

Hirnmetastasen können grundsätzlich in allen Gehirnarealen auftreten. Am häufigsten findet man sie im Bereich des Großhirns. Hier erfolgt die Tumoransiedlung meist an der Grenze zwischen Hirnrinde und Marklager.

7 Symptome

Hirnmetastasen können klinisch manifest werden, bevor der Primärtumor entdeckt wurde. Bei etwa einem Drittel der Patienten mit Hirnmetastasen ist zum Zeitpunkt der Diagnosestellung kein Tumorleiden bekannt. In Einzelfällen kann der Primärtumor trotz intensiver Suche verborgen bleiben.

Ein häufiges, jedoch unspezifisches Begleitsymptom von Hirnmetastasen sind Kopfschmerzen. Ansonsten ist die Symptomatik in erster Linie von der Größe und Lokalisation der Metastase(n) abhängig.

Hirnmetastasen im Bereich des Großhirns können epileptische Anfälle, Paresen, Sensibilitätsstörungen, Gesichtsfeldausfälle, Sprachstörungen oder Persönlichkeitsveränderungen auslösen. Bisweilen kommt es zur Ausbildung eines akuten organischen Psychosyndroms mit paranoiden oder aggressiven Zügen.

Bei einer Lokalisation im Bereich des Kleinhirns oder Stammhirns können Ataxie, Schwindel oder Hirnstammsyndrome auftreten. Bei einer Hirndrucksteigerung kann es zu Apathie, Müdigkeit und Bewusstseinstrübungen kommen.

Tags: ,

Fachgebiete: Neurochirurgie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

4 Wertungen (3.25 ø)

17.526 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: