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Arterienpunktion

(Weitergeleitet von Arterielle Punktion)

von lateinisch: punctio - Stich
Synonym: arterielle Punktion
Englisch: puncture

1 Definition

Als Arterienpunktion bezeichnet man das Einstechen (Punktion) in eine Arterie - entweder zur Gewinnung diagnostischen Materials oder zum Legen eines Katheters (arterieller Zugang).

2 Hintergrund

Die Arterienpunktion wird zum Beispiel zur Blutentnahme im Rahmen einer Blutgasanalyse durchgeführt. Zudem ist es möglich, den Blutdruck bei ITS-pflichtigen Patienten schneller und sensibler zu beurteilen.

3 Lokalisation

Die Wahl der Punktionsstelle ist abhängig von ihrem genauen Zweck. Für einen arteriellen Zugang werden meist folgende Blutgefäße verwendet:

Seltener genutzte Zugänge sind:

4 Technik

4.1 Blutgasanalyse

  • Der Untersucher sitzt am besten bequem auf einem Stuhl.
  • In eine 2 ml Spritze etwas Heparin (5.000 U/ml) aufziehen und wieder vollständig entleeren.
  • Den Kolben der Spritze auf 2,2 ml zurückziehen (Luft in der Spritze). Jetzt mit einer Nadel/Kanüle ein Loch in die Spritze bei der 2 ml Markierung stechen, den Kolben in der 2,2 ml Position lassen und eine Subkutankanüle auf die Spritze stecken.
  • Beim Patienten beide Radialisarterien untersuchen, selten ist auch mal eine Arterie auf der ulnaren Seite des Handgelenkes besser geeignet.
  • Mit einer aufgerollten elastischen Binde das Handgelenk in leichter Extension lagern. Puls fühlen, Arterie orten und die Haut desinfizieren.
  • Neben dem tastenden Finger die Nadel in etwa rechtwinklig zur Haut einstechen. Die Spritze so halten, dass das gestochene Loch in der Spritze nicht zugehalten wird.
  • Sobald die Nadel in der Arterie ist, steigt das Blut selbständig in die Spritze. Man braucht die Spritze nur ruhig zu halten, bis eine Menge von etwa 1,5 ml Blut in der Spritze ist.
  • Dann die Spritze/Nadel aus der Haut ziehen, mit behandschuhtem Finger das Loch bei 2,2 ml zuhalten, die Spitze der Spritze nach oben halten, und die überflüssige Luft herausdrücken.
  • Die Spritze mit einem Stopfen verschließen.
  • Inzwischen sollte jemand anderes wie gewohnt für 5 Minuten guten Druck auf die Einstichstelle beim Patienten ausüben.
  • Das Blut sofort, evtl. mit Kühlung ins Labor schicken.

5 HowTo-Video

6 Fehlpunktion

Eine Arterienpunktion kann auch irrtümlich bei dem Versuch erfolgen, einen intravenösen Zugang zu legen. Hinweise auf eine Fehlpunktion sind das Pulsieren der Kanüle und die hellrote Farbe des aspirierten Bluts. Wird die Fehlpunktion nicht erkannt und Medikamente in die Arterie anstelle der Vene gespritzt, kann dies eine schwere Vasokonstriktion und Nekrosen im Versorgungsgebiet der Arterie nach sich ziehen.

7 Abrechnung

Die Arterienpunktion zur Blutentnahme lässt sich bei GKV-Patienten mit der EBM-Ziffer 02330 abrechnen.

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