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Nadel

1 Definition

Chirurgische Nadeln sind Medizinprodukte, die zusammen mit Nahtmaterial (Fäden) zur Wundnaht im Rahmen der Wundversorgung verwendet werden. Im Gegensatz zu Kanülen (Hohlnadeln) haben sie einen kompakten Metallkörper.

In der Neurologie kommen einfache Nadeln zur Prüfung der Sensibilität zum Einsatz.

2 Material

Nadel bestehen meistens aus hochwertigem rostfreien Stahl. Sie sind bruchfest und biegeelastisch, oft vernickelt oder verchromt.

3 Einteilung

Für die verschiedenen Zwecke gibt es eine große Anzahl an Nadelformen, die neben Größe und Stärke der Nadel nach mehreren Gesichtspunkten unterschieden werden können.

3.1 ...nach Fadenbefestigung

Nach der Art der Fadenbefestigung kann man chirurgische Nadeln in folgende Gruppen einteilen:

  • Öhrlose Nadeln (atraumatisches Nahtmaterial): Hier handelt es sich um Nadel-Faden-Kombinationen. Der Faden wird bereits bei der Herstellung an der Nadel befestigt, so dass ein Übergang vom Stichkanal zum Faden ohne Größenveränderung einhergeht. Der Faden füllt den Stichkanal völlig aus.
  • Öhrnadeln:
    • Fädelöhr: Es besteht ein Loch am Nadelende zum Einfädeln des Nahtmaterials.
    • Federöhr: Es gibt eine V-förmige Einkerbung am Nadelende. Der Faden wird durch die Sprengrille in das Öhr gezogen. Unter dem Federöhr befindet sich noch eine zweite Öffnung zur besseren Federung der Metalllefzen.

Die Kennzeichnung von Öhrnadeln ist einheitlich und übersichtlich. Die Größe der Nadeln werden durch Zahlen 000 bis 16 oder höher beschrieben. Je kleiner die Nadel, umso größer die Zahl - Form und Spitze werden wörtlich beschrieben.

3.2 ...nach Nadelkrümmung

  • G = Gerade
  • V = Viertelkreisförmig
  • D = Dreiachtelkreisförmig
  • H = Halbkreisförmig
  • F = Fünfachtelkreisförmig
  • K = Kufenform
  • A = Angelhaken
  • P = Progressiv

Merke: Je kleiner eine Wunde ist, umso stärker muß eine Nadel gebogen sein!

3.3 ...nach Gestalt der Spitze

  • N = Stumpfe Nadelspitze
  • M = Mikrospitze
  • T = Trokarspitze
  • X = Extrastarke

3.4 ...nach Art des Nadelkörpers

  • Nadeln mit Rundkörper (R): Sie eignen sich für weiche, empfindliche Gewebe, in denn ein feiner Stichkanal erwünscht ist.
    • Stumpf: speziell für Parenchym und Muskelzüge am Auge, Gefahr von ungewollten Perforationen vermindert
    • mit Trokarspitze: scharfe Spitze zum exakten Einstechen, runder Nadelkörper, um Gewebe zu umschneiden
    • mit Schneide: Spitze auf 1,5 mm dreikantig angeschliffen
  • Schneidende Nadeln (S): Sie besitzen einen dreieckigen Querschnitt, und eignen sich für feste Gewebe, besonders für die Haut. Für das Nähen von Muskeln sind sie ungeeignet. Die Schneidkante kann an der konkaven Innenseite (Nachteile: Faden legt sich in den Stichkanal, kann ins Gewebe einschneiden, Kraft wirkt vor allem auf die Innenkante der Nadel -> Gewebstraumatisierung) oder an der konvexen Außenseite der Nadel liegen (keine Nachteile, Standard)
    • mit Mikrospitze: feine, handgeschliffene Spitze, minimales Gewebetrauma
  • Spatel-Nadeln (P): trapezförmiger Querschnitt, gleiten gut durch Gewebe und werden am Auge oft eingesetzt
  • Lanzetten-Nadeln (L): Sechseitiger Querschnitt, ähnlich wie Spatel-Nadel

4 Fasstechnik

Die Nadel wird generell mit dem Nadelhalter (nach Matthieu oder Mayo-Hegar) im hinteren Drittel des Nadelkörpers gegriffen und fixiert, dass diese Stellung beim Führen und Agieren mit der Nadel verbleibt. Generell solte aber die Dimensionierung beachtet werden, ob man sich in der Human- , Kleintier- oder Großtiermedizin befindet.

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