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Wundversorgung

1 Definition

Die Wundversorgung beschreibt ein medizinisches Handeln, in dem es um die Behandlung einer Wunde des Körpers geht. Unterteilt werden kann diese Art der Therapie in:

  • provisorische Wundversorgung
  • definitive Wundversorgung

2 Provisorische Wundversorgung

Die provisorische oder temporäre Wundversorgung erfolgt im Rahmen der ersten Hilfe und hat zunächst das Ziel, die Blutung zu stoppen und das Wundgeschehen bis zur Möglichkeit einer professionellen Versorgung unter Kontrolle zu bringen. Folgende Faktoren gehören zum Vorgang einer provisorischen Wunderversorgung:

  • provisorische Blutstillung durch Abdrücken oder Bedecken
  • keimarme oder (im Idealfall) sterile Abdeckung der Wunde: Mit einer Wundauflage oder eines sterilen Verbandes, der mit elastischen Binden fixiert werden kann. Liegt eine Verätzung oder Verbrennung vor, so sollte die eventuell darüber befindliche Kleidung nicht entfernt werden, da hierdurch die Wunde weiter vergrößert werden kann
  • Schmerzbekämpfung
  • keinesfalls sollten eventuell tiefer eingedrungene Fremdkörper entfernt werden, da unter umständen eine Gefäßverletzung o. ä. vorliegen kann, welche vor Ort nicht angemessen versorgt werden kann
  • Ruhigstellung von Extremitäten durch (falls vorhanden) Lagerungs- oder Vakuumschienen

3 Definitive Wundversorgung

3.1 Schmerzbekämpfung

  • systemische oder lokale Analgesie
  • örtliche Betäubung im Rahmen einer operativen Wundversorgung
  • Vollnarkose bei ausführlicher operativer Versorgung des Wundareals

3.2 Operative Wundversorgung

Die operative bzw. chirurgische Wundversorgung umfasst:

  • professionelle Reinigung des Wundareals
  • Beseitigung von gegebenenfalls eingedrungenen Fremdkörpern
  • endgültige Blutstillung durch Gefäßnaht oder Ligatur

3.3 Operative Wundzurichtung bei Gelegenheitswunden

Die folgenden Wundversorgungsmuster werden lediglich im Rahmen einer septischen Wunde angewendet.

  • Wundtoilette nach Erich Lexer: Reinigung und Debridement ohne oder mit Verschluss
  • Wundausschneidung nach Paul Leopold Friedrich: totale Ausschneidung des Wundareals, inklusive des Wundgrundes – mit oder ohne Verschluss der Wunde. Friedrich führte Untersuchungen zu der Ausbreitung von Krankheitserregern in Wunden in Relation zur Zeit durch und kam zu dem Schluss, stets eine möglichst große Ausräumung der Wunde innerhalb von sechs Stunden durchzuführen.

3.4 Wundbedeckung

  • häufige Anwendung von sterilen Mullbinden
  • hydrokolloidhaltige, feuchte Verbände kommen immer häufiger zum Einsatz
  • silberhaltige Auflagen, die eine Kombination aus Wundbedeckung, Desinfektion und Heilungsförderung versprechen sollen

3.5 Wundverschluss

Folgende Verschlussmöglichkeiten stehen heute zur Verfügung:

3.6 Ruhigstellung

Eine Ruhigstellung ist einerseits unerlässlich für eine effektive Wundheilung, andererseits sollte aber auch eine dosierte Bewegung stattfinden, da es sonst zu starker Muskelatrophie oder Kapsel- und Sehnenschrumpfungen kommen kann.

3.7 Tetanusprophylaxe

Auch wenn eine Tetanusimpfung heute in Deutschland selbstverständlich ist, sollte bei weit zurückliegender Auffrischungsimpfung und besonders großer Wunden eine Tetanusprophlaxe durchgeführt werden. Damit ist der Patient auf jeden Fall vollständig gegen die immer noch oft tödlich endende Tetanusinfektion geschützt. Die prophylaktische Impfung sollte 5 - 12 Stunden nach Verletzung erfolgen

3.8 Antibiose

  • prophylaktische Antibiose zur Verhinderung von möglichen Infektionen bei großen Wunden
  • therapeutische Antibiose bei nachgewiesener Infektion

Fachgebiete: Chirurgie

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