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Chirurgische Wundversorgung

1 Definition

Als chirurgische Wundversorgung bezeichnet man die Behandlung einer Wunde mittels chirurgischen Techniken, wie z.B. Wundtoilette oder Wundnaht. Das (auch erneute) Inspizieren einer Wunde wird als Wundrevision bezeichnet.

Eine chirurgische Wundversorgung ist dann notwendig, wenn eine gute Wundheilung ohne Intervention nicht garantiert werden kann. Sie dient damit der Vorbeugung von Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Narbenbildung und Infektionen.

2 Arten

2.1 Geschlossene Wundbehandlung

2.1.1 Wundrevison nach Friedrich

2.1.2 Wundrevision nach Bergmann

Die Methode nach Bergman basiert auf einem (partiellen) Wundverschluss mit dem Einsatz einer Drainage. Zunächst erfolgt das Wunddébridement (Wundtoilette), wie bei Friedrich. Anschließend wird eine Drainage eingelegt und die Wunde verschlossen.

Die Drainage dient dem Abfluss von Wundsekret (passiv: Penrosedrain/Easyflowdrain, Gaze, Tupfer; aktiv: Redondrain, mit Sog) und der Totraumbekämpfung.

2.2 Offene Wundbehandlung

Bei der offenen (sekundären) Wundbehandlung erfolgt kein Wundverschluss. Diese Methode wird oft der geschlossenen Wundbehandlung vorgeschaltet oder bei Scheitern vorübergehend angewendet, aber auch wenn die Notwendigkeit einer ständigen Reinigung und Spülung besteht.

Die Wunden werden mit einem sogenannten Dressing (Wundauflagen) abgedeckt, eine schützenden Auflage. Man unterscheidet hierbei:

  • Wet-to-Dry-Dressings: Feuchte Tücher auf exsudative Wunde, nach Abtrocknung der Wunde erfolgt Wundtoilette
  • Dry-to-Dry-Dressings: Trockene Wundauflage auf "trockene" Wunde
  • Hydrogels: Geringes Maß an Exsudat, Notwendigkeit eines autolyischen Wundedébridement oder Granulationsgewebe

Die Wundauflagen können auf verschiedene Weise befestigt werden:

  • Nähen: Befestigung erfolgt durch Festnähen am umliegenden gesunden Gewebe, eine Einzelheftnaht kann für ausreichenden Halt sorgen, jedoch muss der Nahttyp mit der Lange und dem Umfang der Wunde abgestimmt werden.
  • Kleben
  • Heften
  • Klemmen
  • Klammern

2.3 Vakuum-Wundtherapie

Unter der sogenannten Vakuum-Wundtherapie (Vakuumversiegelung bzw. VAC = vacuum assisted closure) versteht man eine Therapie mit subatmosphärischen Druck, die bei besonders großen oder schlecht heilenden Wunden zum Einsatz kommt. Dabei wird eine Maske oder Folie aus Plastik aufgesetzt, fest angelegt und ein Unterdruck über dem Wundgebiet erzeugt. Im Verlauf der Wundheilung wird dies mehrfach wiederholt. Dieses Vorgehen basiert auf dem gleichen Prinzip wie die Redondrainage und soll für eine schnellere Readaptation des Gewebes und den Abtransport des Sekrets sorgen. Die Evidenzlage der Methode ist zur Zeit (2020) noch nicht abschließend geklärt.

siehe Hauptartikel: Vakuumtherapie

Diese Seite wurde zuletzt am 25. November 2020 um 10:55 Uhr bearbeitet.

Danke für den Hinweis, hier sind halt eine Menge verschiedener Autoren unterwegs. Am aussagekräftigsten ist im Zweifel immer der Hauptartikel. Ich hab das glatt gezogen.
#2 vor 39 Tagen von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Hallo, bei meiner Recherche zur Vakuum-Wundtherapie ist mir in diesem Artikel ein Widerspruch zu dem Hauptartikel zur VAC-Therapie aufgefallen. Hier wird die VAC-Therapie als bewährt bezeichnet und der Effekt nicht angezweifelt. Im Hauptartikel zur VAC-Therapie wird die Evidenzlage jedoch deutlich unsicherer dargestellt. Dort hatte ich den Eindruck, dass die VAC-Therapie eher umstritten ist, während sie hier als anerkannt dargestellt wird. Sollten hier eventuell noch Quellen hinzugezogen werden? Freundlicher Gruß
#1 vor 40 Tagen von Malte Grützmann (Student/in (andere Fächer))

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