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Vakuumtherapie

Synonyme: Vakuum-Versiegelungstherapie, Vakuumversiegelung
Englisch: vacuum assisted closure-therapy (VAC), negative pressure wound therapy (NWPT)

1 Definition

Die Vakuumtherapie ist eine Form der Wundversorgung, bei der man Wunden luftdicht abdeckt und im Wundgebiet für einen leichten Unterdruck sorgt, der sich günstig auf die Heilung auswirken soll.

2 Technik

Die Wunde wird mit großporigen Wundschwämmen abgedeckt und ein Drainagesystem auf den Schwamm gelegt. Beides wird mit Folie luftdicht verschlossen. Sekrete werden kontinuierlich oder im Intervall abgesaugt. Die Unterdruckbelastung der Wunde ist regulierbar. Es gibt mobile und stationäre Geräte, je nach Ausdehnung der Wunde und Indikation.

Das Verfahren wird kontrovers diskutiert. Man geht davon aus, dass im Vergleich zur konventionellen Wundbehandlung ein positiver Effekt auf die Wundheilung besteht. Die Studienlage ist zur Zeit (2018) jedoch nicht eindeutig, Zur Evaluierung des Verfahrens sind weitere randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) notwendig.

3 Arten von Schwämmen

Die verwendeten Schwämme können aus verschiedenen Materialien bestehen. Man unterscheidet zwischen Polyvinylalkohol (PVAL) und Polyurethan (PU). Bei den Schwämmen aus PVA kann eine höhere Liegedauer im Wundgebiet toleriert werden als bei den PU-Schwämmen.

4 Indikationen

Zu den möglichen Indikationen gehören u.a.:

5 Kontraindikationen

Die Vakuumtherapie ist u.a. kontraindiziert bei:

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

Das Verfahren benötigt ein ebenso sorgfältiges Screening der Wunde wie bei der konventionellen Wundbehandlung. Es sollte nur von entsprechend ausgebildetem Personal eingesetzt werden. In Einzelfällen ist es unter Anwendung einer Vakuumtherapie zu Todesfällen gekommen.

6 Quellen

  • Peinemann und Sauerland: Vakuumtherapie von Wunden Dtsch Arztebl Int 2011; 108(22): 381-9; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0381
  • Ruchholz und Wirtz: Orthopädie und Unfallchirurgie essentials: Intensivkurs zur Weiterbildung. 2. Auflage, 2012. Thieme Verlag
  • Wild und Auböck: Manual der Wundheilung: Chirurgisch-dermatologischer Leitfaden der modernen Wundbehandlung. Auflage 2007. Springer Verlag

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