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Thyrotropin

(Weitergeleitet von Thyreotropin)

Synonyme: TSH, TSH 1, Thyreotropin, Thyreoidea-stimulierendes Hormon
Englisch: thyroid stimulating hormone

1 Definition

Thyrotropin, kurz TSH, ist ein Peptidhormon, das von der Adenohypophyse ausgeschüttet wird und die Schilddrüse zur Bildung von Schilddrüsenhormonen anregt. Umgekehrt wird die TSH-Ausschüttung durch Schilddrüsenhormone gebremst (Thyreotroper Regelkreis).

2 Aufbau

TSH ist ein Glykoproteinhormon, das aus zwei Untereinheiten besteht. Die Alpha-Subunit teilt es sich mit HCG, FSH und LH, während die Beta-Untereinheit das spezifische Signal überträgt. Thyreostimulin (TSH 2, A2B5), ein verwandtes Glykopeptidhormon mit ebenfalls schilddrüsenstimulierender Wirkung hat eine zweite Alpha-Untereinheit und eine fünfte Beta-Subunit.

3 Physiologie

Die TSH-Ausschüttung wird u.a. durch die folgenden Faktoren beeinflusst:

3.1 Fördernde Faktoren

3.2 Hemmende Faktoren

3.3 Wirkung

TSH bindet an heptahelikale Rezeptoren auf der Oberfläche der Schilddrüsenzellen, wodurch nach Stimulation über GS-Proteine der intrazelluläre cAMP-Spiegel ansteigt. Folge ist eine wesentliche Zunahme sowohl der Synthese als auch der Freisetzung von T4. Darüber hinaus stimuliert ein erhöhter cAMP-Spiegel in den Thyreozyten in geringerem Maße auch die intrathyreoidale Deiodierung, so dass im Falle einer Hypothyreose die Summenaktivität peripherer Deiodinasen ansteigt. Daraus resultiert eine redundante Ersatz-Regulation bei beginnendem Ausfall der Schilddrüse.[1]

4 Labormedizin

Der TSH-Wert im Serum ist in der Klinik ein wichtiger Parameter zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion und gehört zur primären Schilddrüsendiagnostik, da er sehr empfindlich auf Störungen reagiert. Bei zu hohen T3- und T4-Spiegeln (Hyperthyreose) sinkt TSH normalerweise aufgrund der negativen Rückkopplung stark ab. Umgekehrt ist der Serumspiegel von TSH bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) erhöht.

4.1 Material

Für die Untersuchung wird 1 ml Serum benötigt.

4.2 Referenzbereiche

Der Referenzbereich von TSH liegt beim Erwachsenen zwischen 0,27 - 4,2 µIU/ml. Für Kinder gelten abhängig vom Alter folgende Normwerte:

  • bis 1 Lebenswoche: 0,27 - 20 µIU/ml
  • Eine Woche bis zum 1. Lebensjahr: 0,27 - 7,0 µIU/ml
  • 1. bis 17. Lebensjahr: 0,27 - 5,0 µIU/ml

In der Schwangerschaft kommt es durch die stimulierende Wirkung von hCG auf den TSH-Rezeptor zu einer physiologischen Erniedrigung des TSH-Spiegels. Das liegt daran, dass die alpha-Kette des hCG mit der des TSH identisch ist. Dieser Effekt ist zwischen der 7. und 12. SSW am ausgeprägtesten, da in dieser Zeit die höchsten hCG-Werte vorliegen.

4.3 Interpretation

Die Regulation der TSH-Sekretion ist sehr sensitiv und spezifisch schon bei grenzwertigen Hypo- bzw. Hyperthyreosen. Ein normales TSH schließt eine manifeste Hyperthyreose oder Hypothyreose aus. TSH ist für die Therapiekontrolle unter Levothyroxin-Medikation (T4) der wichtigste Parameter:

4.3.1 Erhöhte Werte

Erhöhte Werte können je nach Konstellation folgende Ursachen haben:

4.3.2 Erniedrigte Werte

Zu niedrige Werte können folgende Ursachen haben:

5 Pharmakologie

Der TSH-Spiegel kann durch zahlreiche Medikamente sowohl gesenkt als auch erhöht werden.

5.1 Senkung der TSH-Sekretion

5.2 Erhöhung der TSH-Sekretion

6 Quellen

Laborlexikon.de; abgerufen am 30.05.2021

7 Literatur

  1. Hoermann R, Midgley JE, Larisch R, Dietrich JW. Is pituitary TSH an adequate measure of thyroid hormone-controlled homoeostasis during thyroxine treatment? Eur J Endocrinol. 2013 Jan 17;168(2):271-80. doi: 10.1530/EJE-12-0819. Print 2013 Feb. PMID 23184912.

Diese Seite wurde zuletzt am 31. Mai 2021 um 12:47 Uhr bearbeitet.

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