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Deiodinase

Synonym: Dejodase, Deiodase, Dejodinase
Englisch: deiodinase, monodeiodinase

1 Definition

Deiodinasen sind Enzyme aus der Klasse der Peroxidasen, die bei der Aktivierung oder Inaktivierung der Schilddrüsenhormone beteiligt sind, indem sie die Freisetzung von Iod aus dem Molekülverbund (Deiodierung) katalysieren.

2 Einteilung

Man unterscheidet zwei Gruppen von Deiodinasen:

2.1 Iodothyronin-Deiodinase

Die häufigste Enzymform, die Typ-I-Deiodinase (DIO1), kommt vor allem in der Leber und der Niere vor. Darüber hinaus ist sie in Schilddrüse, Hypophyse und Plazenta sowie im Dünndarm und in den Keimdrüsen nachweisbar.[1] Ihre Aktivität ist bei einer Hyperthyreose erhöht. Propylthiouracil hemmt das Enzym. Bei schweren Allgemeinerkrankungen ist die Aktivität der Typ-I-Deiodinase vermindert.

Die Typ-II-Deiodinase (DIO2) findet sich u.a. in der Schilddrüse, im Myokard, im Skelettmuskel, im ZNS (Hypophyse) und im Fettgewebe.[2] Sie wird bei T4-Mangel aktiviert und bei T4-Überschuss gehemmt. Die Typ-II-Deiodinase ist für die Aufrechterhaltung stabiler intrazellulärer T3-Spiegel verantwortlich.

Deiodasen vom Typ I und II (DIO1, DIO2) wandeln die weniger aktive T4 in die aktive T3-Form um. Diese Aktivierung erfolgt über die Entfernung des Iod-Atoms an der 5'-Position des äußeren Rings des T4-Moleküls.

Die Typ-III-Deiodase (DIO3), die u.a. in der Plazenta und im ZNS vorkommt, kann T4 und T3 inaktivieren, indem sie das Iod-Atom an der Position 5 des inneren Rings der Moleküle entfernt. Diese inaktivierende Deiodierung kann zudem auch von DIO1 katalysiert werden.

2.2 Iodotyrosin-Deiodinase

Iodotyrosin-Deiodinasen sind am Abbau von Schilddrüsenhormonen beteiligt. Sie setzen Iod aus Iodotyrosinen zur Wiederverwendung frei. Iodotyrosin-Deiodinasen benötigen Flavinmononukleotid als Kofaktor und gehören zur Superfamilie der NADH-Oxidasen/Flavinreduktasen.

3 Quellen

  1. Maia et al: Deiodinases: the balance of thyroid hormone: type 1 iodothyronine deiodinase in human physiology and disease Journal of Endocrinology, 2011
  2. Holtorf K (2012). "Deiodinases". National Academy of Hypothyroidism.

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Juli 2021 um 16:11 Uhr bearbeitet.

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