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Low-T3-Syndrom

Synonym: Euthyroid-Sick-Syndrom, Non–thyroidal illness (NTI), Niedrig–T3–Syndrom
Englisch: Low-T3 Syndrome, Euthyroid-Sick Syndrome, Non–thyroidal illness syndrome (NTIS)

1 Definition

Als Low-T3-Syndrom bezeichnet man eine erniedrigte Konzentration des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin (T3) im Blut mit relativ hohem Reverse-T3 (rT3) bei normalem oder leicht erhöhtem Thyroxin (T4).

ICD-10-Code: E07.8

2 Pathophysiologie

Ursache für das Low-T3-Syndrom ist eine Verminderung der Umwandlung von T4 in T3 (Hypodejodierung), die vermutlich im Rahmen von entzündlichen Prozessen durch verschiedene Botenstoffe (proinflammatorische Zytokine, Glucocorticoide und Stoffwechselmetabolite) vermittelt wird. Das Low-T3-Syndrom kommt vor bei verschiedenen schweren Erkrankungen wie z.B. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, diabetischer Ketoazidose, Anorexie, Verbrennung oder Sepsis. Desweiteren können auch Traumata und Operationen zu Veränderungen der Schilddrüsenfunktion führen.

Das Syndrom an sich hat keinen eigenen Krankheitswert. Es wird vermutet, dass das Low-T3-Syndrom als körpereigener Schutzmechanismus gegen übermäßige autoimmunologische Reaktionen und gegen übermäßige metabolische Aktivität (hoher Verbrauch an Glutathion, Energie und O2) bei schweren Erkrankungen oder nach Verletzungen dient.

Allerdings ist das Low-T3-Syndrom mit einer signifikant schlechteren Prognose der schwer kranken Patienten assoziiert.

Das Low-T3-Syndrom ist eine sehr häufig anzutreffende Komponente des Non-Thyroidal-Illness-Syndroms (NTIS).

Eine andere Form des Low-T3-Syndroms kann im Falle einer idiopathischen Hypothyreose, insbesondere bei TSH-Resistenz, beobachtet werden. Als ursächlich wird die mangelnde TSH-vermittelte Stimulation intrathyreoidaler Dejodinasen vermutet.

3 Diagnostik

Wegweisend für die Diagnose ist ein reduzierter FT3-Spiegel bei normalen oder erniedrigten Spiegeln von FT4 und TSH.

Differentialdiagnose: Hypothyreose (hierbei ist jedoch rT3 normal und TSH erhöht; überschießende Antwort im TRH-Test)

4 Therapie

Eine Substitution mit Schilddrüsenhormonen ist in der Regel nicht erforderlich.

5 Siehe auch

6 Literatur

  1. Dietrich, J. W., K. Brisseau und B. O. Boehm (2008). "Resorption, Transport und Bioverfügbarkeit von Schilddrüsenhormonen." Deutsche Medizinische Wochenschrift 133 (31/21): 1644-8. PMID 18651367
  2. Dietrich, J. W., A. Stachon, B. Antic, H. H. Klein, and S. Hering (2008). "The AQUA-FONTIS Study: Protocol of a multidisciplinary, cross-sectional and prospective longitudinal study for developing standardized diagnostics and classification of non-thyroidal illness syndrome." BMC Endocrine Disorders 8 (13). PMID 18851740
  3. Liu S, Ren J, Zhao Y, Han G, Hong Z, Yan D, Chen J, Gu G, Wang G, Wang X, Fan C, Li J. Nonthyroidal Illness Syndrome: Is it Far Away From Crohn's Disease? J Clin Gastroenterol. 2012 Aug 7. PMID 22874844.

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