Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Low-T3-low-T4-Syndrom

Synonyme: Low-T3-T4-Syndrom, Low-T4-Syndrom

1 Definition

Als Low-T3-low-T4-Syndrom bezeichnet man eine niedrige Konzentration von Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) im Blut bei hoher rT3- und normaler TSH-Konzentration.

2 Pathologie

Das Syndrom hat keinen eigenen Krankheitswert. Es kommt meist bei Patienten mit anderen schweren Erkrankungen vor, insbesondere bei notwendiger intensivmedizinischer Behandlung. Jede akute, schwere Erkrankung ist prinzipiell dazu in der Lage, die Konzentration der zirkulierenden Schilddrüsenhormone zu verändern, als mögliche Ursache gilt die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine.

Das Low-T3-low-T4-Syndrom ist mit einer signifikant schlechteren Prognose der kritisch kranken Patienten assoziiert. Es ist eine häufig anzutreffende Komponente des Non-Thyroidal-Illness-Syndroms (NTIS).

3 Diagnostik

Die Diagnose erfolgt durch Ausschluss einer Hypothyreose. Labordiagnostisch sieht man einen geringen Anstieg des T4-Spiegels im TRH-Test und einen reduzierten (F-)T3-Spiegel.

Bei der Diagnostik ist zu berücksichtigen, dass die Schilddrüsenwerte durch verschiedene Arzneistoffe beeinträchtigt werden können. Iodhaltige Röntgenkontrastmittel, Propranolol und Amiodaron vermindern die Biotransformation von peripherem T4 in T3, Medikamente wie Dopamin und Glukokortikoide hemmen die hypophysäre Sekretion von TSH. Falls vorhanden, können frühere Schilddrüsenuntersuchungsergebnisse wegweisend sein.

4 Therapie

Bei erfolgreicher Therapie der Grunderkrankung normalisieren sich auch die Schilddrüsenwerte. Da die Patienten euthyreot sind, bedarf es daher keiner Hormonsubstitution. Eine kontinuierliche Kontrolle der Schilddrüsenfunktionsparameter bis zur Normalisierung der Werte wird empfohlen.

5 Siehe auch

6 Literatur

  1. Dietrich, J. W., K. Brisseau und B. O. Boehm (2008). "Resorption, Transport und Bioverfügbarkeit von Schilddrüsenhormonen." Deutsche Medizinische Wochenschrift 133 (31/21): 1644-8. PMID 18651367
  2. Dietrich, J. W., A. Stachon, B. Antic, H. H. Klein, and S. Hering (2008). "The AQUA-FONTIS Study: Protocol of a multidisciplinary, cross-sectional and prospective longitudinal study for developing standardized diagnostics and classification of non-thyroidal illness syndrome." BMC Endocrine Disorders 8 (13). PMID 18851740

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

7 Wertungen (4 ø)

20.848 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: