Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Herpes genitalis

Synonym: Herpes sexualis

1 Definition

Herpes genitalis ist eine Infektion mit Herpesviren im Bereich der Geschlechtsorgane. Sie gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STD).

2 Erreger

Herpes genitalis wird durch den Herpes-simplex-Virus ausgelöst, und zwar durch die Virustypen HSV-1 und HSV-2.

3 Symptome

In den vielen Fällen zeigt der Herpes genitalis nur eine relativ geringe Symtomatik oder verläuft klinisch inapparent. Bei deutlicherer Ausprägung treten Vesikel (Bläschen) an der Haut und Schleimhaut des Genitalbereichs auf. Die Veränderungen machen sich durch ein unangenehmes Brennen oder Jucken bemerkbar.

Bevorzugte Lokalisationen sind die Eichel, das Präputium, die Schamlippen und die Analregion. Die Bläschen können einzeln oder in Gruppen stehen. Häufig sieht man eine eitrige Eintrübung mit Umwandlung in Pusteln. In der Regel platzen die Vesikel nach kurzer Zeit und hinterlassen dann flache Ulzerationen, die von dünnen Krusten bedeckt sind. Die Effloreszenzen heilen bei unkompliziertem Verlauf innerhalb von 2-4 Wochen ab.

4 Verlauf

Herpes genitalis neigt wie Herpesinfektion an anderen Körperpartien (z.B. Herpes labialis) zu Rezidiven, wobei die Frequenz der symptomatischen Episoden im Laufe der Jahre häufig abnimmt.

5 Therapie

Die Therapie des Herpes genitalis zielt in erster Linie auf die Symptomreduktion, da eine vollständige Beseitigung (Elimination) des Virus und damit das Verhindern einer latent persistierenden Infektion zur Zeit (2008) nicht möglich ist.

Durch Virustatika (z.B. Aciclovir, Penciclovir) kann die Symptomausprägung reduziert und die Verlaufsdauer verkürzt werden - allerdings ist dazu die rechtzeitige Anwendung - am besten vor dem Auftreten der ersten Symptome erforderlich. Die Virusstatika können topisch aufgetragen oder oral eingenommen werden, wobei die orale Einnahme effektiver ist.

Zur Symptomlinderung können weiterhin Antiphlogistika, Sitzbäder mit Kamille, kühlende Umschläge oder Zinksalbe eingesetzt werden.

6 Sonstige Maßnahmen

6.1 Geschlechtsverkehr

Da die Hautveränderungen in der akuten Phase der Erkrankung hoch infektiös sind, sollte der Geschlechtsverkehr vorübergehend eingestellt oder Kondome benutzt werden.

6.2 Schwangerschaft

Bei primärem Herpes genitalis ist aufgrund des Infektionsrisikos des Neugeborenen die Schnittentbindung vor dem Blasensprung empfohlen. Eine HSV-2-Infektion des Neugeborenen geht mit einer hohen Letalitätsrate einher, u.a. aufgrund der gefährlichen Herpesenzephalitis des Neugeborenen. Beim Herpesrezidiv kann ggf. eine vaginale Entbindung unter Therapie mit Aciclovir erfolgen.[1]

Auch eine konnatale Infektion ist möglich mit dem Krankheitsbild der Herpessepsis des Neugeborenen.

7 Quellen

  1. Petzoldt, Detlef; Wutzler, Peter; Petersen, Eiko E.; Doerr, Hans W.; Gross, Gerd; Weissenbacher, Ernst Rainer: Der Herpes genitalis Dtsch Arztebl 1999; 96(38): A-2358 / B-2010 / C-1891

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

14 Wertungen (3.21 ø)

50.118 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: