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Clostridium difficile

1 Definition

Clostridium difficile ist ein obligat anaerobes, gram-positives Stäbchenbakterium, das zur Sporenbildung befähigt ist. Das Bakterium ist einer der häufigsten Erreger von Nosokomialinfektionen. Nach neuerer Nomenklatur (2016) wird es Clostridioides difficile genannt.

2 Pathomechanismus

Clostridium difficile produziert Exotoxine, wie Enterotoxin A und Zytotoxin B, die zu einer Zerstörung der Epithelzellen der Darmschleimhaut führen.

3 Übertragunsgweg

Clostridium difficile wird fäkal-oral übertragen. Der Erreger kommt auch als Kommensale in der Darmflora mancher Patienten vor.

4 Klinik

Eine Infektion mit Clostridium difficile löst eine akute Darmentzündung (Enteritis) mit schleimig-blutigen Diarrhöen, Fieber und Bauchkrämpfen aus. Der Stuhl hat einen fötiden Geruch. Durchfallbedingt kann es zu einer Exsikkose kommen.

Die Schwere der Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhö variiert stark. In der Mehrzahl der Fälle kommt es zu einem leichten bis mittelschweren Krankheitsverlauf. Die schwerste Verlaufsform imponiert unter dem Bild der pseudomembranösen Colitis mit der Ausbildung von Pseudomembranen auf den Colonwänden. Weiterhin ist die Entstehung eines toxischen Megacolon möglich.

5 Therapie

Die antibiotische Therapie von Infektionen mit Clostridium-difficile wird mit Metronidazol (4 x 250 mg oder 3 x 500 mg oral/i.v.) oder Vancomycin (4 x 125 mg oral) durchgeführt. Die Therapiedauer sollte ca. 10 Tage betragen.[1]

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

Metronidazol wird vorzugsweise bei Patienten mit einem nichtschweren Verlauf eingesetzt, da Metronidazol hier eine vergleichbar gute Wirksamkeit wie Vancomycin hat. Vancomycin ist die Therapie der Wahl bei Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf sowie bei Schwangerschaft und Kindern unter 10 Jahren.

Bei Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheitsbildern (z.B. toxisches Megakolon) wird eine Kombinationstherapie mit Vancomycin und Metronidazol empfohlen.

6 Leitlinien

AWMF Leitlinie zu Hygienemaßnahmen bei Vorkommen von Clostridium difficile

7 Quellen

  1. "RKI-Ratgeber Clostridium difficile", Robert Koch-Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie, Stand: 19.05.2016

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