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Helicobacter pylori

Englisch: Helicobacter pylori

1 Definition

Helicobacter pylori ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium mit lophotricher Begeißelung aus der Gattung Helicobacter.

2 Morphologie

Die Zellen sind stäbchenförmig mit spiralförmig gewundener Oberfläche. Sie haben einen Durchmesser von 0,5 µm und eine Länge von rund 3 µm. Der Erreger ist motil. Zur Fortbewegung nutzt er 4-6 Flagellen, die büschelförmig polar angeordnet sind. Sie sind aus den Flagellinen FlaA und FlaB aufgebaut.

Helicobacter pylori verfügt über verschiedene Membranprotein-Familien, vor allem über Adhäsine, daneben über Porine, Eisentransporter und Geißelproteine. Wie bei anderen gramnegativen Erregern besteht die äußere Membran aus Phospholipiden und Lipopolysacchariden (LPS).

Der Mikroorganismus kann durch unterschiedliche Färbungen dargestellt werden, u.a. durch die Gramfärbung, die Giemsa-Färbung und die HE-Färbung sowie durch Acridinorange.

3 Stoffwechsel

Helicobacter pylori ist mikroaerophil und bevorzugt Umgebungen mit geringem Sauerstoffgehalt. Die Energiegewinnung erfolgt durch Hydrogenasen, die molekularen Wasserstoff (H2) oxidieren. Darüber hinaus verfügt der Erreger über diverse andere Enzyme wie Oxidase, Katalase und Urease.

4 Genom

Das Genom verschiedener Helicobacter-pylori-Stämme wurde vollständig sequenziert. Es besteht aus etwa 1,7 Millionen Basenpaaren und mehr als 1.500 Genen. Das Pangenom von 30 verschiedenen Stämmen kodiert rund 2.000 Proteinfamilien, von denen etwa die Hälfte in allen 30 Stämmen nachweisbar ist.

Die gegenwärtigen Genomstudien (2019) konzentrieren sich auf die Gene, welche die Pathogenität des Erregers bestimmen. Als wahrscheinliche Pathogenitätsinsel (PAI) wurde eine 40 kb lange Gensequenz mit etwa 30 verschiedenen Genen identifiziert. Eines dieser Gene ist das cagA-Gen, das ein relevantes Virulenzprotein von Helicobacter pylori kodiert. Es besteht aus 1.186 Aminosäuren. Stämme mit cagA-Gen können Ulzera auslösen.

Die cag-Pathogenitätsinsel fehlt bei Patienten, die asymptomatische Wirte von Helicobacter pylori sind. Wahrscheinlich wurde sie durch horizontalen Gentransfer von einer anderen Bakterienspezies erworben.

5 Pathogenese

Helicobacter pylori kommt fast ausschließlich beim Menschen vor. Nach der Übertragung auf fäkal-oralem Weg erfolgt die Kolonisation und Infektion der Magenschleimhaut.

Auch bei Tieren (z.B. Hunden und Katzen) können Helicobacter-Spezies nachgewiesen werden, u.a. Helicobacter felis, Helicobacter bizzozeronii und Helicobacter bilis. Hier ist allerdings bisher ungeklärt, ob die Besiedlung des Magens zu Erkrankungen führt.[1]

Wichtige Pathogenitätsfaktoren sind:

6 Krankheitsbilder

Antral kommt es häufig zu einer Entzündung und im Corpus zu einer gesteigerten Säureproduktion. Protektive Wirkungen von Infektion mit Helicobacter pylori bezüglich der Entwicklung einer gastrooesophagealen Refluxkrankheit bzw. des Barrett-Syndroms werden diskutiert.

7 Diagnose

8 Therapie

Die Infektion mit Helicobacter pylori wird mit einer Triple-Therapie (z.B. mit Omeprazol, Metronidazol, Clarithromycin) über mindestens 7 Tage behandelt.[2] Dieses Vorgehen wird als Helicobacter-pylori-Eradikation bezeichnet.

9 Quellen

  1. Mulchandani et al. Detection of Helicobacter Species from Dog Stomachs. Research and Reviews: Journal of Veterinary Science and Technology; 2013
  2. Fischbach et al. Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit. Dtsch Arztebl Int; 2009

10 Literatur

Kusters et al. Pathogenesis of Helicobacter pylori Infection. Clin Microbiol Rev; 2006

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