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Ulcus ventriculi

(Weitergeleitet von Magenulcus)

Synonyme: Magengeschwür, Magenulkus, Ulkuskrankheit des Magens, peptisches Ulkus
Englisch: gastric ulcer

1 Definition

Das Ulcus ventriculi ist ein Geschwür (Ulkus) der Magenschleimhaut. Es handelt sich um eine Form der gastroduodenalen Ulkuskrankheit.

siehe auch: Ulcus duodeni

2 Histologie

Der Schleimhautdefekt eines Ulcus ventriculi überschreitet die Lamina muscularis mucosae. Dadurch heilt ein Ulcus ventriculi nicht narbenfrei ab. Es kann histopathologisch von außen nach innen in vier Zonen eingeteilt werden:

Die Lokalisation des Ulcus ventriculi entspricht weitgehend dem Befallsmuster der chronischen Gastritis.

2.1 Klassifikation nach Johnson

Basierend auf der Lokalisation des Ulkus findet eine Einteilung in drei Typen statt:

3 Ätiologie

Die Ursachen sind vielfältig. Auslösende Erkrankungen sind u.a.:

Die familiäre Häufung der Erkrankung weist auf eine genetische Disposition hin.

4 Symptome

Das klinische Bild kann variieren. Im Vordergrund stehen dumpfe oder brennende Schmerzen im Epigastrium, die in der Regel im zeitlichen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auftreten. In manchen Fällen wird der Schmerz durch die Nahrungsaufnahme ausgelöst, in anderen wird er durch sie vermindert. Die Schmerzen können in Richtung Sternum, Unterbauch oder auch in den Rücken ausstrahlen. Weitere Symptome sind:

5 Komplikationen

Kommt es zu einer stärkeren Blutung aus dem Ulkus, treten Kaffeesatzerbrechen (Hämatemesis) und Meläna auf. Weitere Komplikationen sind

Das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, ist bei Patienten mit Ulcus ventriculi signifikant erhöht.

6 Diagnose

7 Therapie

7.1 Medikamentöse Therapie

Die Therapie erfolgt medikamentös durch Säurehemmung mit einem Protonenpumpenhemmer (PPI), wie z.B. Omeprazol oder Pantoprazol. Bei dem Nachweis von Helicobacter pylori sollte eine Helicobacter-pylori-Eradikation mittels Triple-Therapie erfolgen. Zur Tripletherapie wird meist ein Protonenpumpenhemmer (PPI) und zwei Antibiotika (v.a. Clarithromycin und Amoxicillin) eingesetzt.

Bei konsequent durchgeführter medikamentöser Therapie ist die Heilungsrate größer als 90 Prozent. Allerdings muss mit Rezidiven gerechnet werden.

7.2 Operative Therapie

Operative Interventionen sind nur bei Komplikationen (z.B. Ulkusperforation) notwendig, die mit der Ösophago-Gastro-Duodenoskopie nicht beherrscht werden können.

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