Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Tetrazyklin

Synonym: Tetracyclin

1 Definition

Tetrazykline sind eine Gruppe von Antibiotika, deren Leitsubstanz zunächst aus Bakterien der Gattung Streptomyces isoliert wurde.

2 Vorkommen, Herstellung

Die zuerst aus Bakterienarten isolierten Substanzen waren das Chlortetracyclin und das Oxytetracyclin. Die in der Medizin als Antibiotikum genutzten Tetrazykline sind chemisch modifizierte Derivate dieser Substanzen. Sie weisen eine günstigere Pharmakokinetik und eine bessere Verträglichkeit auf.

3 Wirkungsmechanismus

Tetrazykline binden an die 30s-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen und modifizieren so die Anlagerung der Aminoacyl-tRNA. Die Aminoacyl-tRNA kann sich auf der Seite der 50s-Untereinheit nicht korrekt ausrichten, um eine Peptidyltransferase-Reaktion durchzuführen. Dadurch kommt es im Rahmen der Proteinsynthese zum Abbruch der Peptidkette. Durch diesen Wirkmechanismus wirken Tetrazykline bakteriostatisch, d.h. nicht auf ruhende Keime.

4 Wirkungsspektrum

Prinzipiell wirken Tetrazykline sowohl gegen grampositive, als auch gramnegative Bakterien. Darüber hinaus sind auch zellwandlose Bakteriengattungen wie Chlamydien und Mykoplasmen empfindlich gegenüber Tetrazyklinen. Auch Borrelien (u.a. Lyme-Borreliose) und Spirochäten (u.a. Syphilis) sind empfindlich.

Resistenzen bestehen vor allem durch Bakterien mit Effluxpumpen, die einen Auswärtstransport der Tetrazykline bewirken und kleine ribosomale Alterationen, die zu einer Unwirksamkeit führen. Durch sparsamen Einsatz der Tetrazykline hat sich die Resistenzlage in den letzten Jahren etwas entspannt.

5 Substanzen

Im klinischen Einsatz befindliche Tetrazykline sind:

Sie unterscheiden sich hauptsächlich bezüglich ihrer pharmakokinetischen Eigenschaften.

Als Derivat der Tetrazykline, zur Untergruppe der Glycylcycline gehörend, ist die Substanz Tigecyclin zu nennen. Sie kommt bei schweren Infektionen mit multiresistenten Keimen als Reserveantibiotikum zum Einsatz.

6 Nebenwirkungen

Tetrazykline können bei Erwachsenen zu unspezifischen gastrointestinalen (Erbrechen, Übelkeit) und neurologischen (Schwindel) Beschwerden führen. Es kann ferner zu Juckreiz und Exanthemen kommen. Selten kann - vor allem bei hoher Dosierung - eine Erhöhung der Transaminasen und eine Pankreatitis auftreten.

Durch das breite Wirkungsspektrum bedingt, beeinträchtigen Tetrazykline die Standortflora von Darm, Vagina und Haut stark. So kann es vor allem bei längerer Anwendung zur pseudomembranösen Colitis und Mykosen (Candidose) von Haut und Vagina kommen.

7 Wechselwirkungen

Tetrazykline bilden Komplexe mit mehrwertigen Metallionen, beispielsweise Magnesium, Eisen, Calcium und Aluminium. Die Einnahme der Tetrazykline sollte daher zeitlich getrennt von calciumhaltigen Lebensmitteln (Milch, Sojamilch), Antazida und Eisen- bzw. Magnesiumpräparaten erfolgen.

Tetrazykline setzen die Wirkung von oralen Kontrazeptiva herab.

Tetrazykline sollten nicht während einer Isotretinoin-Therapie eingenommen werden, da beide Wirkstoffe den intrakraniellen Druck erhöhen können.

8 Kontraindikationen

Bei Schwangeren und Stillenden sind Tetrazykline kontraindiziert, da sie mit Calcium in den kindlichen Zahnschmelz und Knochen eingebaut werden. Dies führt zu einer erhöhten Frakturanfälligkeit und Verfärbung der Zähne. Bei Kindern unter 8 Jahren sollten Tetrazykline aus gleichem Grund nur im Falle einer vitalen Indikation eingesetzt werden.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

49 Wertungen (3.61 ø)

150.028 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: