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Gastrin

1 Definition

Gastrin gehört zu den Gewebshormonen und ist chemisch gesehen ein Polypeptid.

2 Synthese

Die Synthese erfolgt auf spezifische Reize in den G-Zellen des Gastrointestinaltraktes im Antrum pyloricum des Magens und des Duodenums. Man kann zwischen Big-Gastrin mit einer Länge von 36 Aminosäuren, welches in Antrum und Duodenum vorkommt, Little Gastrin mit 17 Aminosäuren und Mini-Gastrin mit 13 Aminosäuren unterscheiden. Letztere kommen beide vorwiegend im Antrum vor.

3 Wirkungsweise

Über die Blutbahn gelangt das freigesetzte Gastrin zu den Gastrinrezeptoren der Belegzellen, wo dann über G-Protein-gekoppelte Aktivierung der Phospholipase C ein Anstieg der intrazellulären Calciumkonzentration erfolgt. So wird die Protonenabgabe stimuliert und durch Sekretion von Magensäure der pH-Wert im Magen gesenkt. Diese Senkung des pH-Wertes bewirkt dann über einen Feedback-Mechanismus eine Hemmung der Gastrinsekretion.

Darüber hinaus bewirkt Gastrin eine Zunahme der Motilität von Dünndarm und Gallenblase sowie - über G-Protein-gekoppelte Rezeptoren - eine Stimulation der Pepsinsekretion in den Hauptzellen des Magens und der Insulinsekretion im Pankreas.

4 Sekretion

4.1 Stimulation

Der im Magen befindliche Speisebrei stimuliert durch eine mechanische Dehnung der Antrumschleimhaut und den ausgelösten pH-Anstieg im Magen die Gastrinsekretion. Weiterhin wirken Röststoffe, Alkohol oder Coffein im Speisebrei anregend auf die G-Zellen aus. Enthaltene Peptide induzieren in den peptidergen postganglionären parasympatischen Nervenfasern und Neuronen des enteralen Nervensystems eine Ausschüttung von Gastrin Releasing Peptide (GRP), welches die G-Zellen ebenfalls stimuliert.

Darüber hinaus kann auch ein Vagusreiz fördernd auf die G-Zellen einwirken.

4.2 Inhibition

Im Umkehrschluss führt ein Absinken des pH-Wertes im Magen über Feedback-Hemmung zu einer verringerten Ausschüttung des Gastrins.

Das Gastroinhibitorische Peptid (GIP) sowie das Vasoinhibitorische Peptid (VIP) und Sekretin bewirken über Hemmung der G-Zellen eine Hemmung der Gastrinausschüttung.

5 Pathophysiologie

Im Krankheitsbild des Zollinger-Ellison-Syndroms kommt es zur Ausbildung von sogenannten Gastrinomen. Dabei handelt es sich um Gastrin-produzierende Tumoren, welche bei 50% der Fälle maligne entarten und metastasieren.

Durch die übermäßige Gastrinproduktion kommt es zu einer stark erhöhten Salzsäureproduktion der Magenschleimhaut, welche zu therapieresistenten, multipel rezidivierenden Ulzera in Magen, Duodenum und Jejunum führt. Als Therapie erfolgt die Gabe von Protonenpumpenhemmern, welche als reaktive Sulfonamide die H+/K+-ATPase durch die Ausbildung von gemeinsamen Disulfidbrücken irreversibel hemmen und damit die Protonensekretion vermindern.

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Fachgebiete: Biochemie

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