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Kurzdarmsyndrom

Synonym: Kurzdarm
Englisch: short bowel syndrome

1 Definition

Als Kurzdarmsyndrom wird der Symptomkomplex zusammengefasst, der infolge eines Verlusts größerer Abschnitte des Dünndarms entsteht.

2 Ätiologie

Ein Kurzdarmsyndrom ist meist Folge ausgedehnter chirurgischer Resektionen, beispielsweise bei einem Morbus Crohn oder einer Ischämie des Dünndarms (z.B. Mesenterialinfarkt). Dabei gilt als Faustregel, dass die Hälfte des Dünndarms ohne langfristige Folgen im Sinne eines Kurzdarmsyndroms reseziert werden kann.

Selten entsteht ein Kurzdarm auch bei Dünndarmfisteln, wenn ein proximaler Abschnitt in einem weit distalen Abschnitt fistelt.

3 Pathophysiologie

Insbesondere Fette und Gallensalze werden bei verminderter Resorptionsfläche schlecht resorbiert. Durch die verminderte Resorption von Gallensalzen wird eine Cholelithiasis begünstigt. Die vermehrte Resorption von ungebundenem Oxalat (Calcium bindet an unresorbierte Fette) begünstigt die Urolithiasis (Calciumstein).

Die Resorption fettlöslicher Vitamine ist stark eingeschränkt, bei einem Verlust des Ileums ist die Resorption von Cobalamin ebenfalls eingeschränkt.

4 Symptomatik

Ein Kurzdarmsyndrom äußert sich als:

5 Therapie

Ein Kurzdarmsyndrom kann sich innerhalb eines Jahres nach der Resektion bessern, da sich der Restdarm an die neuen Anforderungen anpasst. Eine Anpassung ist am ehesten bei erhaltenem Ileum zu erwarten. Erfolgt die Anpassung nicht, kommt es ohne parenterale Ernährung zu einem fortschreitenden Gewichtsverlust. Kommt es unter enteraler Ernährung und gelegentlicher parenteraler Zusatzernährung zu einer Gewichtszunahme, deutet dies auf eine Anpassung hin.

Medikamentös kann die Peristaltik z.B. mit Loperamid oder N-Butylscopolamin gehemmt werden, sodass die Verweildauer des Speisebreis verlängert wird. Diarrhöen, die auf einer osmotischen Wirkung der nicht resorbierten Gallensalze beruhen, können mit der Gabe von Colestyramin positiv beeinflusst werden, jedoch verstärkt Colestyramin die Neigung zur Steatorrhö. Eine Substitution fettlöslicher Vitamine ist sinnvoll.

Wird eine kritische Dünndarmlänge von ca. 1 m unterschritten, ist in der Regel eine lebenslange parenterale Ernährungs- und Substitutionstherapie notwendig.

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