Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Hormonersatztherapie

Englisch: hormone replacement therapy, HRT

1 Definition

Als Hormonersatztherapie, kurz HET, bezeichnet man die medizinische Verwendung von Hormonen zur Behandlung von Erkrankungen, bei denen ein relativer oder absoluter Mangel eines oder mehrerer Hormone vorliegt. Im engeren Sinne versteht man unter Hormonersatztherapie die Substitution von Geschlechtshormonen in den Wechseljahren (Klimakterium).

siehe auch: Hormonsubstitution

2 Hintergrund

Der Begriff Hormonersatztherapie wird in der medizinischen Umgangssprache auch für Hormongaben zur Geschlechtsangleichung bei Transsexualität verwendet. Hier handelt es sich aber streng genommen nicht um einen Hormonersatz, sondern um eine Hormontherapie.

3 Indikation

Mit Einsetzen der Menopause (retrospektive Diagnosestellung nach 12-monatiger Amenorrhö), kann es zu klimakterischen Beschwerden (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Atrophie der Vaginalschleimhaut), Osteoporose sowie kardiovaskulären Erkrankungen kommen.

Ziel der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren ist die Minderung der klimakterischen Beschwerden. Eine weitere Indikation ist die Prävention einer Osteoporose, laut BfArM jedoch nur bei Unverträglichkeit bzw. Kontraindikationen gegenüber anderen Präparaten. Die HET ist nicht geeignet zur Senkung kardiovaskulärer Ereignisse.

4 Therapieformen

Eine Monotherapie mit Östrogenen ist wegen gehäufter Endometriumkarzinome obsolet. Heute werden Östrogene mit Gestagene kombiniert. Eine Ausnahme bilden Frauen nach Hysterektomie: Hier wird kein Gestagen wegen der potentiellen Nebenwirkungen (Lipidstoffwechsel, kardiovaskuläres Risiko) verwendet. Als Gestagen wird meist Medroxyprogesteronacetat verwendet, ein Progesteronderivat mit geringer androgener Wirkung.

Die Hormone können lokal (z.B. als Vaginalcreme, Vaginaltablette oder Vaginalring), systemisch (z.B. als Tablette) oder transdermal (z.B. als Pflaster, Spray oder Gel) verabreicht werden. Die lokale Gabe hat v.a. bei atrophischer Vaginitis den Vorteil einer besseren Wirkung am Applikationsort bei geringerer systemischer Wirkung. Bei einer transdermalen Gabe sollen im Vergleich zur Tabletteneinnahme die systemischen Nebenwirkungen (z.B. Gallensteine, tiefe Venenthrombosen, kardiovaskuläre Komplikationen) reduziert sein.

4.1 Schemata

  • Zyklische Gabe: Östrogen über 25 Tage, zusätzlich Gestagen für die letzten 10-13 Tage, dann Pause für 5-6 Tage (Entzugsblutung)
  • Kontinuierliche Gabe: Östrogen dauerhaft, zusätzlich Gestagen in ersten 10-13 Tagen (keine Entzungsblutung)

5 Vorteile

  • positive Effekte auf Wechseljahresbeschwerden[1]
  • verhindert Atrophien und Entzündungen des Urogenitalbereiches
  • Verminderung der Knochenresorption (Östrogeneffekt)
  • leichte Abnahme von kolorektalen Karzinomen

6 Nachteile

7 Kontraindikationen

8 Quellen

  1. Hormonersatztherapie DGGG
  2. Grodstein F et al. Postmenopausal hormone use and cholecystectomy in a large prospective study. Obstet Gynecol. 1994 Jan;83(1):5-11. PMID 8272307
  3. Ärzteblatt: Hormonersatztherapie erhöht Risiko auf Ovarialkarzinom
  4. Caren G et al. Rethinking Postmenopausal Hormone Therapy. N Engl J Med 2003; 348:579-580

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

21 Wertungen (4.95 ø)

4.008 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: