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Transsexualität

Synonyme: Transidentität, Transsexualismus, Geschlechtsidentitätsstörung, Geschlechtsinkongruenz
Englisch: transsexualism, transgender

1 Definition

Als Transsexualität oder Geschlechtsidentitätsstörung wird die (nicht wahnhafte) Überzeugung bezeichnet, nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht anzugehören. Es besteht keine direkte Beziehung zur Homosexualität oder zum Transvestitismus.

2 Hintergrund

Die Bezeichnung "Transsexualität" ist umstritten, da es sich um keine Sexualstörung handelt, sondern die psychische Geschlechtsidentität nicht mit den physischen Geschlechtsmerkmalen übereinstimmt. Deshalb spricht man auch von "Geschlechtsinkongruenz". Dieser Begriff wird im ICD-11 den Begriff "Transsexualität" ersetzen.

Transfrauen identifizieren sich mit dem weiblichen Geschlecht, obwohl ihnen bei ihrer Geburt aufgrund körperlicher Merkmale das männliche zugewiesen wurde. Umgekehrt fühlen sich Transmänner dem männlichen Geschlecht zugehörig, obwohl ihnen das weibliche zugewiesen wurde. Bei manchen Patienten liegt die Geschlechtsidentität zwischen- oder außerhalb des männlichen oder weiblichen Geschlechts. Mögliche Bezeichnungen sind "nichtbinär", "genderfluid" oder "agender".

3 Symptome

Mögliche Anzeichen für eine Geschlechtsidentitätsstörung sind:

  • Beginn erster Symptome bereits in der Kindheit oder zur Pubertät
  • Körperkonstitution und erlebte Psychosexualität sind inkongruent
  • Leid- und Schamgefühle das eigene Geschlecht betreffend
  • Dysphorie: Inkongruenzerleben des eigenen Körpers, zum Beispiel der Stimme, Behaarung oder Geschlechtsorgane
  • Euphorie: Besserung negativer Symptome durch das Ausleben des gefühlten Geschlechts
  • Wunsch nach Genitalkorrektur und geschlechtsangleichenden Maßnahmen
  • Neigung zu psychischen Erkrankungen, nicht selten ausgelöst durch mangelnde Akzeptanz der Umgebung oder Diskriminierung.

4 Ätiologie

Die Ätiologie ist unklar. Es existieren psychologische und biologische Erklärungsmodelle, die aber nicht auf alle Patienten zutreffen.

5 Differentialdiagnose

6 Therapie

Therapeutisch kommt eine operative und/oder hormonelle Therapie in Frage. Eine Psychotherapie, die sich gegen den Transsexualismus selbst wendet, ist in der Regel sinnlos.

Falls der Wunsch nach Genitalkorrektur und geschlechtsangleichenden Maßnahmen besteht, muss der Patient nach deutschem Recht eine psychotherapeutische Begleittherapie machen sowie psychiatrische Gutachten nachweisen (Stand 2021). Sie sind auch die Grundlage für eine Kostenübernahme der Behandlung durch die gesetzliche Krankenkasse (GKV).

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Mai 2021 um 12:18 Uhr bearbeitet.

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