Serumelektrolyte
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LoslegenSynonym: Elektrolyte im Serum
Definition
Bei den Serumelektrolyten handelt es sich um geladene Ionen von Salzen, die im Blutserum gelöst sind. Sie werden bei verschiedenen Indikationen im Rahmen der labormedizinischen Untersuchung des Bluts bestimmt.
Hintergrund
Die Serumelektrolyte sind für viele physiologische Abläufe des Körpers essentiell. Sie sind zum Beispiel die Grundlage für den Wasserhaushalt des Körpers, die Aufrechterhaltung des pH-Werts im Blut sowie die Reizleitung. Abweichungen von den jeweiligen Referenzwerten weisen daher auf eine Vielzahl möglicher Erkrankungen hin, u.a. Nierenerkrankungen, endokrinologische Störungen oder Störungen des Knochenstoffwechsels.
Terminologie
"Serumelektrolyte" ist ein Begriff der medizinischen Umgangssprache. In der Vergangenheit wurden Elektrolyte überwiegend aus Blutserum gemessen, weil es das übliche Probenmaterial war. In vivo sind Elektrolyte aber nicht in Serum, sondern in Blutplasma gelöst. Für Kalium ist die Messung aus Plasma seit 2023 vorgeschrieben, die Verwendung von Serum ist nach den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Labormedizin nicht mehr zulässig. Daher haben viele Labore auf Plasma als Standard-Probenmaterial umgestellt und die Elektrolyte, die sie messen, sind Plasmaelektrolyte.
Die zweiwertigen Elektrolyte Calcium und Magnesium habe eine hohe Plasmaeiweißbindung, die Messung der Gesamtkonzentration in Serum oder Plasma ist deshalb von der Protein-, insbesondere Albuminkonzentration abhängig und in vielen Fällen fehlerbehaftet. Als Alternative bietet sich die Messung von ionisiertem Calcium bzw. Magnesium an.
Laborwerte
| Laborwert | Referenzbereich [mmol/l] |
|---|---|
| Serumnatrium | 135 - 145 |
| Serumkalium | 3,6 - 5,2 |
| Serumcalcium | 2,2 - 2,6 |
| Serummagnesium | 0,73 - 1,06 |
| Serumchlorid | 96 - 110 |
| Serumphosphat | 0,84 - 1,45 |
Hinweis: Referenzwerte sind häufig vom Messverfahren abhängig und können von den o.a. Werten abweichen. Ausschlaggebend sind die Referenzwerte, die vom Labor angegeben werden, das die Untersuchung durchführt.
Die Messung der Serumelektrolyte kann auf vielfältige Weise gestört sein, siehe Pseudohyponatriämie, Pseudohypokalzämie, Pseudohyperkaliämie, Pseudohyperkalzämie
Indikationen
Eine Indikation zur Bestimmung der Serumelektrolyte besteht u.a. bei:
- Störungen des Säure-Basen-Haushalts (Azidose, Alkalose)
- Endokrinen Störungen (Diabetes mellitus, Diabetes insipidus, Hypoaldosteronismus, Hyperaldosteronismus)
- Nierenerkrankungen
- Gastrointestinalen Störungen (Erbrechen, Diarrhö)
- Herzinsuffizienz
- malignen Tumoren
- Diuretika-Therapie