Serumkalium
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LoslegenSynonym: Kalium im Serum
Englisch: serum potassium
Definition
Das Serumkalium ist die Konzentration von Kalium im Blutserum. Es gehört zu den Serumelektrolyten.
Hintergrund
Nach der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen ist Blutserum für die Bestimmung der Kaliumkonzentration ungeeignet. Nach Ablauf einer dreijährigen Übergangsfrist ist ab dem 30.05.2026 ausschließlich Heparinplasma oder Vollblut zu verwenden.[1] Beim Gerinnungsvorgang tritt Kalium aus den Thrombozyten aus, sodass die im Serum gemessenen Werte höher liegen als die tatsächlichen in-vivo-Gegebenheiten.[2] Stattdessen wird Blutplasma (Heparinplasma) verwendet.
siehe: Plasmakalium
Indikation
Die Bestimmung der Kaliumkonzentration dient der Beurteilung des Elektrolythaushalts und des Säure-Basen-Haushalts. Sie ist unter anderem bei Nierenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, endokrinen Störungen, unter diuretischer Therapie sowie in der intensivmedizinischen Überwachung indiziert.
Messverfahren
Die Kaliumkonzentration wird heute in der Regel mittels ionenselektiver Elektrode (ISE) gemessen. Als Untersuchungsmaterial dienen Heparinplasma oder Vollblut.
Referenzbereich
Der Referenzbereich der Kaliumkonzentration liegt beim Erwachsenen mit normaler Thrombozytenzahl zwischen 3,6 und 5,2 mmol/l.[3] Als Faustregel steigt die Kaliumkonzentration pro 100 Thrombozyten /pl um 0,1 mmol/l.
Bei Kindern gelten abhängig vom Alter folgende Normwerte:
| Alter | Serumkalium [mmol/l] |
|---|---|
| 0–7 Tage | 3,2–5,5 |
| 8–31 Tage | 3,4–6,0 |
| 1–6 Monate | 3,5–5,6 |
| 6–12 Monate | 3,5–6,1 |
| > 1 Jahr | 3,5–6,1 |
Hinweis: Referenzwerte sind häufig vom Messverfahren abhängig und können von den o.a. Werten abweichen. Ausschlaggebend sind die Referenzwerte, die vom Labor angegeben werden, das die Untersuchung durchführt.
Die Kaliumkonzentration im Plasma liegt niedriger als im Serum; die Differenz beträgt in der Regel etwa 0,2–0,5 mmol/l.[2]
Bei einem erniedrigten Wert spricht man von einer Hypokaliämie, bei einem erhöhten Wert von einer Hyperkaliämie.
Umrechnung
Interpretation
Erhöhte Werte
- Hämolyse, sowohl in vivo als auch in der Blutprobe (Pseudohyperkaliämie)
- verminderte renale Ausscheidung (z.B. Niereninsuffizienz, Hypoaldosteronismus, kaliumsparende Diuretika)
- Austritt von Kalium aus dem Gewebe (Zellzerfall)
- übermäßige Zufuhr, z.B. durch Medikamente oder Infusionen
- Verteilungsstörung (z.B. Azidose, Diabetes mellitus)
Erniedrigte Werte
- Verteilungsstörung
- erhöhte renale Ausscheidung, vor allem bei Diuretikagabe
- verminderte Zufuhr durch Mangelernährung (selten)
- gastrointestinaler Verlust (z.B. Diarrhoe, Erbrechen, Laxantienabusus, Magensaftdrainage)
- Pseudohypokaliämie bei Leukozytose
Einflussgrößen und Präanalytik
Präanalytisch bedingte, falsch hohe Kaliumwerte gehören zu den häufigsten Ursachen unerwarteter Hyperkaliämien. Bei einem unerwartet erhöhten Wert sollte daher zunächst an eine Pseudohyperkaliämie gedacht werden. Häufige Ursachen sind eine Hämolyse der Probe, eine traumatische Blutentnahme, eine länger anhaltende Venenstauung, wiederholtes Faustschließen während der Blutentnahme sowie eine verzögerte Trennung des Plasmas von den zellulären Bestandteilen.[2]
Auch eine ausgeprägte Thrombozytose oder Leukozytose kann zu einer artifiziellen Erhöhung der gemessenen Kaliumkonzentration führen. Bei fehlender klinischer Plausibilität ist eine Kontrollmessung aus frisch gewonnenem Heparinplasma sinnvoll.
Ein artifiziell erhöhter Wert kann zudem nach zu langer Lagerung oder verzögertem Transport von Vollblut auftreten. Die Kaliumkonzentration in Erythrozyten ist deutlich höher als im Plasma. Dieser Konzentrationsgradient wird durch die Natrium-Kalium-Pumpe aufrechterhalten. Bei ungünstigen Lagerungsbedingungen oder nach Verbrauch der Glukose in der Probe kann diese Funktion beeinträchtigt sein, sodass die gemessene Kaliumkonzentration ansteigt. Eine Hämolyse in vitro, etwa durch eine traumatische Blutentnahme oder zu hohen Sog, führt ebenfalls zu erhöhten Werten.
Nach der Blutentnahme muss die Probe daher zeitnah verarbeitet und das Plasma von den zellulären Bestandteilen getrennt werden.
Quellen
- ↑ Bundesärztekammer. Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK), Tabelle B 1-1. 2023.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Schlüter K, Cadamuro J. Erroneous potassium results: preanalytical causes, detection, and corrective actions. Crit Rev Clin Lab Sci. 2023;60(6):442-465.
- ↑ Laborlexikon.de. Kalium. Abgerufen am 13.03.2021.