Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Sperma

von altgriechisch: σπέρμα ("spérma") - Abkömmling, Samen
Synonyme: Samenflüssigkeit, Ejakulat
Englisch: semen

1 Definition

Sperma ist eine Körperflüssigkeit des Mannes, welche die Keimzellen (Spermien) enthält. Während des männlichen Orgasmus wird das Sperma aus dem Penis herausgestoßen. Kommt es dann zum Kontakt mit einer weiblichen Eizelle, kann es zu einer Befruchtung und somit zu einer Schwangerschaft kommen.

2 Zusammensetzung

Ein Ejakulat (ca. 2-6 ml) enthält etwa 20 bis 150 Millionen Spermien. Dies sind weniger als 1% des Gesamtvolumens. Sollte der Anteil größer sein, so spricht man von einer Hyperzoospermie. Der größte Anteil besteht aus dem Samenplasma, das wiederum hauptsächlich aus Wasser besteht. Außerdem sind Proteine, Enzyme (z.B. Pepsinogen C), Elektrolyte, verschiedene Hormone und Pheromone in der Samenflüssigkeit enthalten.

3 Produktion

Die Spermien reifen in den Hoden heran (Spermatogenese). Der größte Anteil des Ejakulats (etwa 50-80%) kommt aus der Bläschendrüse (Glandula vesiculosa) und enthält unter anderem Fruktose als Nahrung der Spermien, Proteine und Prostaglandine zur Unterdrückung einer Immunreaktion des weiblichen Organismus. Ein Anteil von etwa 15-30% kommt aus der Prostata, dessen Sekret vor allem spezielle Proteine, Zink und Zitronensäure. Das Zink hilft der Stabilisierung der DNA-Chromatin-Struktur der Spermien. Zu etwa 2-5% trägt die Bulbourethraldrüse zum Ejakulat bei. Sie bildet ein schleimiges Sekret, das als Gleitmittel dient und Harnreste in der Urethra neutralisiert. Dieses Sekret tritt bei sexueller Erregung bereits vor der Ejakulation als Präejakulat aus.

An der Spermaproduktion beteilige Strukturen
Organ Art
Hoden Keimdrüse
Samenleiterampulle akzessorische Geschlechtsdrüse
Samenblase akzessorische Geschlechtsdrüse
Prostata akzessorische Geschlechtsdrüse
Bulbourethraldrüse akzessorische Geschlechtsdrüse

4 Krankheitsübertragung

Über das menschliche Sperma können zahlreiche Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Hepatitis B übertragen werden. Die Viren können bei ungeschützem (d.h. ohne Kondom) Vaginal- sowie Oralverkehr und anderen sexuellen Praktiken übertragen werden.

5 Labormedizin

Aus einer Ejakulatprobe kann einerseits ein Spermiogramm erstellt werden, andererseits kann der Fructosegehalt als Marker für den Funktionszustand der Samenbläschen bestimmt werden.

5.1 Spermiogramm

Im Spermiogramm werden unter anderem die Farbe und die Verflüssigungszeit des Spermas sowie mikroskopisch die Form, Anzahl, Motilität und Vitalität der Spermien evaluiert. Pathologische Befunde sind z.B.:

5.2 Fructose im Ejakulat

Für die Untersuchung wird 1 ml frisches Ejakulat benötigt. Für die Aufbewahrung verwendet man ein Spezialröhrchen. Der Fructosegehalt im Ejakulat beträgt normwertig 120 bis 450 mg/dl.

Erniedrigte Werte können nach Entzündungen der Prostata oder Bläschendrüsen, bei Anomalien im Bereich der Bläschendrüsen sowie bei einer postpubertären Leydig-Zell-Insuffizienz vorliegen.

6 Forensik

In der Rechtsmedizin wird Sperma zur Aufklärung und zum Nachweis von Sexualverbrechen verwendet. Mithilfe der Fluoreszenzmikroskopie können selbst einzelne Spermium identifiziert werden. Durch molekularbiologischen Untersuchungen des genetischen Materials ist darüber hinaus eine eindeutige Personenzuordnung möglich.

7 Quellen

Laborlexikon.de; abgerufen am 10.03.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 11. März 2021 um 15:25 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

19 Wertungen (3.47 ø)

55.681 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: