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Notfallsanitäter

Englisch: (emergency) paramedic

1 Definition

Notfallsanitäter ist ein neuer dreijähriger Ausbildungsberuf im deutschen Gesundheitswesen. Er qualifiziert zur Teilnahme am Rettungsdienst.

2 Hintergrund

Der Begriff existiert in Österreich bereits seit 2002. In Deutschland trat das Notfallsanitätergesetz am 1. Januar 2014 in Kraft und löste damit das Rettungsassistentengesetz ab. Nach bisherigen Plänen soll der Notfallsanitäter bis zum Jahr 2021 den Rettungsassistenten als Verantwortlichen auf dem Rettungswagen komplett abgelöst haben. Der erworbene Ausbildungsstand Rettungsassistent wird jedoch nicht aberkannt - deshalb wird es auch nach 2021 noch Rettungsassistenten im Rettungsdienst geben, jedoch nicht mehr als Teamführer, sondern in der Position des Rettungssanitäters und Fahrers.

3 Ausbildung

Die neue, vergütete Ausbildung zum Notfallsanitäter dauert drei anstelle von zwei Jahren (Rettungsassistent). Die Ausbildung bschränkt sich nicht nur auf die präklinische Notfallsituation, sondern beinhaltet auch weiterreichende pflegerische und therapeutische Inhalte. Durch diese engere Verknüpfung soll der Notfallsanitäter nicht nur einen besseren und fundierteren Überblick über die Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie bekommen, sondern in erster Linie den aktuellen Qualitätsansprüchen genügen. Die Ausbildung richtet sich nach den Inhalten, die im Rahmen des Pyramidenprozesses erarbeitet wurden und gliedert sich in drei Teilbereiche:

  • Rettungsdienstschule (1.920 Stunden)
  • Rettungswache (1.960 Stunden)
  • Krankenhaus (720 Stunden)

Optional sind u.a. Praktika in Pflegeeinrichtungen möglich. Die Ausbildung schließt mit einem Staatsexamen ab. Hierfür sind 4 praktische Fallbeispiele zu lösen, 3 schriftliche Prüfungen über alle Themengebiete und eine mündliche Prüfung in drei Themengebieten. Die mündliche Prüfung soll mindestens 30 Minuten und nicht länger als 45 Minuten dauern.[1]

4 Ergänzungsprüfung für Rettungsassistenten

In Deutschland arbeiten derzeit rund 40.000 Rettungsassistenten im Rettungsdienst. Nach bisheriger Gesetzeslage soll der Notfallsanitäter den Rettungsassistenten bis zum Jahr 2021 komplett als Verantwortlichen auf dem Rettungswagen abgelöst haben. Für Rettungsassistenten gibt es vier Möglichkeiten, sich zum Notfallsanitäter weiter zu bilden. Welche Option jeweils zutrifft, richtet sich nach dem Datum, an dem die Berufsurkunde ausgestellt wurde, und der anschließenden Berufserfahrung.

4.1 Ergänzungsprüfung

Rettungsassistenten mit mehr als 5 Jahren hauptamtlicher Berufserfahrung im Rettungsdienst dürfen ohne weitere Fortbildung eine staatliche Ergänzungsprüfung ablegen, die einen mündlichen und praktischen Teil umfasst.

Viele Rettungsdienstschulen bieten für diese Prüfung einen 80stündigen Vorbereitungslehrgang an.

4.2 480 Stunden Fortbildung und Ergänzungsprüfung

Rettungsassistenten mit einer hauptamtlichen Tätigkeit von 3-5 Jahren im Rettungsdienst müssen eine Fortbildung von insgesamt 480 Stunden absolvieren und dürfen danach die staatliche Ergänzungsprüfung ablegen. Die 480 Stunden gliedern sich in:

Die Ergänzungsprüfung umfasst ebenfalls einen mündlichen und praktischen Teil.

4.3 960 Stunden Fortbildung und Ergänzungsprüfung

Rettungsassistenten mit einer hauptamtlichen Tätigkeit von weniger als 3 Jahren müssen eine Fortbildung von insgesamt 960 Stunden absolvieren und dürfen danach die staatliche Ergänzungsprüfung ablegen. Die 960 Stunden gliedern sich in:

  • 640 Stunden schulische Ausbildung
  • 140 Stunden praktische Ausbildung auf einer Lehrrettungswache
  • 180 Stunden praktische Ausbildung in einer interdisziplinären Notaufnahme (80 Stunden), der Anästhesie (60 Stunden) und einem Bereich der eigenen Wahl (40 Stunden)

Die Ergänzungsprüfung umfasst ebenfalls einen mündlichen und praktischen Teil.

4.4 Volles Staatsexamen

Ungeachtet der Erfahrung im Rettungsdienst hat jeder Rettungsassistent unter 5 Jahren Beruferfahrung die Möglichkeit, sich zur vollen Prüfung (Staatsexamen) des Notfallsanitäters anzumelden. Dieses ist im Vergleich zu den Ergänzungsprüfungen deutlich komplexer und umfasst eine schriftliche, mündliche und praktische Prüfung.

5 Notfallkompetenzen

Notfallsanitäter dürfen im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit ärztliche Maßnahmen nach Vorgaben des jeweiligen ärztlichen Leiters ausüben. Diese SOP (standard operating procedures) werden von den ärztlchen Leitern auf Grundlage des Pyramidenprozesses erstellt, und bieten dem Notfallsanitäter die Möglichkeit, erweiterte Maßnahmen zum Wohle des Patienten durchzuführen.

SOP's dürfen angewendet werden, wenn
  • das Leben oder die Gesundheit des Patienten unmittelbar gefährdet ist,
  • das gleiche Ziel nicht durch weniger invasive Maßnahmen erreicht werden kann, und
  • ein Arzt verständigt wurde, oder der Transport des Patienten in eine geeignete Einrichtung (Krankenhaus / Arztpraxis) mit einem aprobieren Mediziner einen Zeitvorteil oder eine Verbresserung des Outcomes mit sich bringt.

Welche Maßnahmen genau unter die Notfallkompetenzen der Notfallsanitäter fallen, wird vom Ärztlichen Leiter des Rettungsdiensts in den jeweiligen Rettungsdienstbereichen in Form von SOP entschieden. Es ist davon auszugehen, dass folgende Maßnahmen als Regelkompetenz freigegeben werden:

6 Quellen

  1. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung Notfallsanitäter
Fixed. Danke für den Hinweis.
#4 am 01.03.2019 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Die beschriebene "Stichtagsregelung" ist inzwischen gekippt. Relevant für die Eingruppierung der EP-Gruppe ist lediglich das Datum, ab dem die Berufsurkunde ausgestellt wurde und die anschließende Berufserfahrung.
#3 am 01.03.2019 von Marlon Ganser (Rettungsassistent)
Verweis auf "Rettungsass." ist hinfällig, da diese Ausbildung durch den "Notfallsanitäter" ersetzt wird. Wikipedia als Quelle eingefügt.
#2 am 28.11.2012 von Kurt Wanka (Anästhesiepfleger)
Text aus Wikipedia => Artikel löschen und Verweis auf Rettungsassistent?
#1 am 25.11.2012 von Mikolaj Walensi (Arzt)

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