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Ipratropiumbromid

Synonyme: N-Isopropylatropiniumbromid u.a.
Handelsnamen: Atrovent®, Itrop® u.a.
Englisch: ipratropium bromide

1 Definition

Ipratropiumbromid ist ein kurz wirksamer Muskarinrezeptor-Antagonist (SAMA), der in der Therapie von Herzrhythmusstörungen sowie Atemwegserkrankungen verabreicht wird.

2 Hintergrund

Ipratropiumbromid ist ein Derivat des Atropins. Es handelt sich um einen quartären Ammoniumkomplex, der mit einem Bromidion verbunden ist. Der Wirkstoff kann zur Behandlung von Atemwegserkrankungen inhalativ in Form eines Dosieraerosols verabreicht werden. Er ist nicht ZNS-gängig und wirkt ungefähr fünf Stunden lang.

3 Chemie

Ipratropiumbromid (Summenformel: C20H32BrNO4, Molekülmasse: 412,4 g/mol) ist ein Racemat und liegt in den gängigen Arzneimitteln als Monohydrat (Summenformel: C20H30BrNO3·1H2O, Molekülmasse: 430,4 g/mol) vor. Es handelt sich um eine quartäre Ammoniumverbindung mit Tropasäurestruktur, die sich halbsynthetisch durch Derivatisierung von Atropin/ Hyoscyamin herstellen lässt. Die Reinsubstanz ist ein weißer, kristalliner Feststoff mit einer Schmelztemperatur von circa 230 bis 232°C. Die Löslichkeit in Wasser und Ethanol ist gut, in Chloroform ist die Substanz praktisch unlöslich.

4 Wirkmechanismus

Ipratropiumbromid wirkt kompetitiv zu Acetylcholin, so dass die muscarinischen Acetylcholinrezeptoren (MAChR) blockiert werden und nicht mehr erregt werden können. Somit kommt es bei inhalativer Anwendung zu einer Bronchodilatation. Basierend auf diesem Wirkmechanismus kann es auch als Antiarrhythmikum in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden.

5 Indikationen

Die inhalative Einnahme von Ipratropiumbromid führt zu einer Bronchodilatation, so dass es insbesondere in der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) zum Einsatz kommt.

6 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Vor allem bei systemischer Anwendung kommt es zu typischen anticholinergen Nebenwirkungen, die mit den Antidots Neostigmin oder Pyridostigmin antagonisiert werden können.

7 Kontraindikationen

Eine gleichzeitige Einnahme von Beta-Sympathomimetika oder Xanthinderivaten wie zum Beispiel Theophyllin kann zu einer Verstärkung der Wirkung und somit auch der Nebenwirkungen von Ipratropiumbromid führen, was unter Umständen unerwünscht sein kann.

Die Kombination von Ipratropiumbromid mit Salbutamol (z.B. per inhalationem) findet hingegen in der Akutbehandlung obstruktiver Lungenerkrankungen eine häufige Anwendung.

Fachgebiete: Arzneimittel

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