Xanthin
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LoslegenEnglisch: xanthine
Definition
Xanthin ist ein Purin-Derivat, das als Zwischenprodukt beim Abbau von Purinnukleotiden zur Harnsäure entsteht.
Chemie
Xanthin wird chemisch als 2,6-Dihydroxypurin (3,7-Dihydro-1H-purin-2,6-dion) bezeichnet. Es besitzt die Summenformel C5H4N4O2. Der feste Stoff ist nur schlecht wasserlöslich (ca. 0,07 mg/ml bei 16 °C) und zersetzt sich bei etwa 300 °C.
Biochemie
Im Zuge des Purin-Abbaus entsteht Xanthin auf zwei Wegen: beim Abbau von Adenin wird Hypoxanthin durch die Xanthinoxidase zu Xanthin oxidiert, beim Abbau von Guanin entsteht Xanthin durch Desaminierung mittels der Guanin-Desaminase. Xanthin wird anschließend – ebenfalls durch die Xanthinoxidase – weiter zur Harnsäure oxidiert.
Vorkommen
Stoffklasse
Die Xanthine werden zur Stoffgruppe der Alkaloide gerechnet. Aufgrund ihrer Struktur besitzen sie stimulierende Effekte und werden als milde Stimulanzien sowie zur Behandlung des Asthma bronchiale eingesetzt. Zu den Xanthinen gehören unter anderem Theobromin (in Schokolade enthalten), Theophyllin sowie Koffein.
Klinik
Im Rahmen der Behandlung der Gicht wird der Abbau des Xanthins zur Harnsäure durch den Wirkstoff Allopurinol gehemmt, da das Enzym Xanthinoxidase durch Allopurinol blockiert wird.
Als Folge kann eine Hypoxanthin- bzw. Xanthinurie entstehen, die in einigen Fällen zu einer Nephrolithiasis (Xanthinstein) führt. Da Xanthin schlecht wasserlöslich ist, steigt das Risiko einer Steinbildung besonders bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr, wenn die kritische Xanthinkonzentration im Harn überschritten wird. Anders als bei Harnsäuresteinen lässt sich die Löslichkeit von Xanthin durch Harnalkalisierung kaum verbessern, weshalb eine ausreichende Trinkmenge im Vordergrund steht.
Eine Xanthinurie kann darüber hinaus durch einen genetischen Defekt der Xanthinoxidase bedingt sein (hereditäre Xanthinurie).
Literatur
- Rassow J et al. Duale Reihe Biochemie. 5. Aufl. Thieme; 2022.
- Löffler G, Petrides PE, Heinrich PC. Biochemie und Pathobiochemie. 10. Aufl. Springer; 2022.