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Ranitidin

Handelsnamen: Junizac®, Ranitic®, Sostril®, Zantic®, u.a.
Synonyme: Ranitidinum, Ranitidinhydrochlorid
Englisch: ranitidine

1 Definition

Ranitidin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der H2-Rezeptor-Antagonisten und wird als Ulkustherapeutikum, zur Hemmung der Magensäureproduktion, eingesetzt.

2 Wirkungsmechanismus

Das Arzneimittel hemmt kompetitiv die histamininduzierte Säuresekretion der Belegzellen im Magen. Effektive wird damit nur eine Hemmung der Magensäurebildung um circa 50 % erreicht. Im Gegensatz zu den weitaus stärker wirkenden Protonenpumpeninhibitoren, die eine Reduktion von bis zu über 90 % erreichen können.

3 Pharmakokinetische Eigenschaften

Ranitidin kann sowohl oral, als auch intravenös verabreicht werden. Als H2-Rezeptor-Antagonist hat der Wirkstoff eine ausreichende orale Bioverfügbarkeit von circa 50 % und wird größtenteils (50-80 %) renal ausgeschieden, folglich ist auf eine Dosisreduktion bei einer Behandlung von Patienten mit einer Niereninsuffizienz zu achten, da sich sonst die Eliminationshalbwertszeit um das 2-3fache verlängert. Die Plasma-Halbwertzeit beträgt 2-3 Stunden. Bereits nach 7-14 Tagen kann durch eine Toleranzentwicklung eine Wirkungsabnahme eintreten.

4 Indikationen

Die Hauptindikation für eine Behandlung mit Ranitidin stellt die Ulkustherapie dar, aber auch zur Rezidivprophylaxe ist der Wirkstoff gut geeignet. Darüber hinaus kann Ranitidin bei Refluxösophagitis und Sodbrennen eingesetzt werden.

Bei stark allergischen Patienten wird Ranitidin zusammen mit einem H1-Blocker (Clemastin) präoperativ zur Allergieprophylaxe gegeben.

5 Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
  • Akute Porphyrie
  • Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung sollte Ranitidin während der Schwangerschaft, der Stillzeit oder bei Kindern unter 10 Jahren angewandt werden.

6 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

7 Wechselwirkungen

Ranitidin hat im Gegensatz zu Cimetidin ein deutlich geringeres Potenzial mit anderen Medikamenten zu interagieren. Bei gleichzeitiger Gabe kann Ranitidin die Absorption von Azol-Antimykotika verringern und durch Inhibition des Cytochrom P450 den Abbau von z.B. Theophyllin, Midazolam, Diazepam, Phenytoin und Nifedipin hemmen und somit deren Wirkung erhöhen. Außerdem hemmt Ranitidin die Alkoholdehydrogenase, was ein Anstieg der Ethanolwirkung zur Folge hat.

Einige Medikamente, wie z.B. Sucralfat und Antazida, können bei gleichzeitiger Verabreichung die Wirkung von Ranitidin, durch eine Verringerung der Resorption des H2-Rezeptor-Antagonisten, vermindern.

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