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Immunhistochemischer Marker

Synonym: Immunhistologischer Marker

1 Definition

Immunhistochemische Marker sind Antigene, die im Rahmen der histopathologischen Diagnostik von Gewebeproben nachgewiesen werden. Anhand ihrer Expression kann das untersuchte Material identifiziert und einem bestimmten Ursprungsgewebe zugeordnet werden.

2 Material

Im Gegensatz zu den Tumormarkern, die üblicherweise im Blut zirkulieren und somit im Serum nachgewiesen werden können, sind die immunhistochemischen Marker im Gewebe aufzufinden. Das bedeutet, dass für die Untersuchung in der Regel Material aus Biopsien, Punktionen oder Resektaten vorliegen muss.

3 Methode

Der Nachweis erfolgt mittels Antigen-Antikörper-Reaktion: Spezifische Antikörper werden zu dem Probenmaterial gegeben und durch bestimmte Färbungen sichtbar gemacht. Das Muster und die Intensität der Färbung wird dann unter dem Mikroskop beurteilt.

siehe auch: Immunhistochemie

4 Onkologie

Der Nachweis von immunhistochemischen Markern ist insbesondere in der Onkologie im Rahmen der Tumordiagnostik bedeutsam. Auch wenn das Tumormaterial histologisch nicht eindeutig einem Zelltyp zuzuordnen ist, erlaubt das Expressionsmuster bestimmter Oberflächenantigene - je nach Differenzierung und Malignitätsgrad des Tumors - Rückschlüsse zum Ursprungsgewebe. In vielen Fällen ist dadurch eine Diagnosestellung möglich.

4.1 Beispiele

Wichtige immunhistochemische Marker der onkologischen Diagnostik sind u.a.:

Marker Gewebe Tumor
Desmin glatte und quergestreifte Muskulatur Leiomyosarkom, Rhabdomyosarkom
Vimentin mesenchymale Zellen Mesotheliom, Sarkom
Neurofilamente Nervenzellen Neuroendokriner Tumor
Zytokeratine CK1 bis CK20 verschiedene Epithelien verschiedene Karzinome
Chromogranin A endokrine Drüsen, neuroendokrine Zellen neuroendokriner Tumor
Synaptophysin synaptische Vesikel von neuroendokrinen Zellen neuroendokriner Tumor, Neuroblastom, Phäochromozytom, Paragangliom
NSE neuroendokrine Zellen neuroendokriner Tumor (v.a. SCLC), hepatozelluläres Karzinom
TTF1 Schilddrüse, Lunge Adenokarzinom der Lunge
MSH-2 Kolon Kolorektales Karzinom Kolon
Napsin A Lunge, Niere Adenokarzinom der Lunge
p40 Plattenepithel Plattenepithelkarzinom der Lunge
S100 Melanozyten, Schwann-Zellen, Astrozyten uvm. Malignes Melanom, Schwannom, Gliom
CD4 T-Helfer-Zellen T-Zell-Lymphom
CD8 zytotoxische T-Lymphozyten T-Zell-Lymphom
CD19, CD20 B-Lymphozyten B-Zell-Lymphom
CD15 Hodgkin-Zellen Hodgkin-Lymphom
CD30 Sternberg-Reed-Zellen Hodgkin-Lymphom, embryonales Karzinom
CD34 hämatopoetische Stammzellen, Endothelzellen akute Leukämie
Ki-67 Proliferationsmarker verschiedene Tumoren
p53 Malignitätsmarker verschiedene Tumoren

Diese Seite wurde zuletzt am 4. August 2021 um 15:16 Uhr bearbeitet.

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