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Epiduralhämatom

von griechisch: epi - auf; haima - Blut; lateinisch: durus - hart
Synonyme: Epiduralblutung, epidurales Hämatom
Englisch: epidural hematoma

1 Definition

Ein Epiduralhämatom ist eine traumatische intrakranielle Blutung in den Raum zwischen Schädelknochen und Dura mater (Epiduralraum). Sie ist meist die Folge einer Ruptur der Arteria meningea media, oder, in seltenen Fällen, eines venösen Sinus.

2 Ätiolopathogenese

Hauptursache für eine epidurale Blutung ist meist ein Schädel-Hirn-Trauma mit Fraktur des Pterion der Schädelkalotte. Am häufigsten wird die Hirnhaut-versorgende Arteria meningea media (ein Ast der Arteria maxillaris) verletzt, da sie nach ihrem Austritt aus dem Foramen spinosum direkt an der inneren Wand der Schädelkalotte entlang verläuft. Die Ausbreitung des Hämatoms erfolgt vorwiegend in der Temporalregion. Bei Kleinkindern sind venöse Blutungen aus dem Frakturspalt möglich.

3 Epidemiologie

Etwa zwei Drittel der betroffenen Patienten sind jünger als 40 Jahre. Das Verhältnis von Männern zu Frauen ist etwa 5:1.

4 Symptome

Pathognomonisch, aber eher selten, ist die Symptomentwicklung nach kurzer Bewusstlosigkeit und anschliessendem Aufklaren - das sogenannte freie Intervall. Wenig später können massive Kopfschmerzen, psychomotorische Unruhe und Erbrechen, sowie eine erneute Eintrübung des Bewusstseins, auf ein beginnendes epidurales Hämatom hinweisen. Innerhalb 1 bis 2 Stunden entwickelt der somnolente Patient eine einseitige homolaterale Pupillenerweiterung durch Kompression des parasympathischen Nervus oculomotorius, sowie eine kontralaterale Hemiparese. Die Größenzunahme der Raumforderung kann zum Einklemmungssyndrom und damit zum Tode duch Hirnstammkompression führen.

Bei Kleinkindern sind epidurale Hämatome nach Schädelverletzungen in den ersten beiden Lebensjahren besonders häufig. Da der kindliche Schädel durch die noch nicht vollständig geschlossenen Fontanellen über eine größere Ausdehnungskapazität verfügt, ist die Vigilanz, vor allem bei Stürzen aus niedriger Höhe, primär oft nicht gestört. In vielen Fällen setzt die Somnolenz erst 6 bis 12 Stunden nach dem Trauma ein. Die Entwicklung einer einseitigen Mydriasis und das Auftreten epileptischer Anfälle sind Spätsymptome die auf eine ungünstige Prognose hinweisen. Da der Blutverlust durch Einblutung unter die Galea (subgaleatisches Hämatom) erhebliche Ausmaße annehmen kann - auch ohne Entwicklung eines epiduralen Hämatoms - kann das Kleinkind eine Anämie und einen hämorrhagischen Schock erleiden.

5 Diagnostik

5.1 Klinik

Typisch für das epidurale Hämatom ist das freie Intervall mit anschliessendem Übergang zum Koma. Eine beobachtete Anisokorie, die zunehmende Störung der Vigilanz und die neu aufgetretene Halbseitensymptomatik, weisen auf einen intrakraniellen raumfordernden Prozess mit schneller Progredienz hin.

5.2 Bildgebung

Durch die Computertomographie ist in 90% der Fälle eine Schädelfraktur mit subgalealem Hämatom nachweisbar. Das epidurale Hämatom zeigt sich im CT-Bild meist hyperdens (nur selten iso- oder hypodens), scharf begrenzt, relativ breit und bikonvex oder plankonvex. Die Lokalisation ist am häufigsten temporoparietal, die Gehirnmittellinie ist verlagert.

6 Therapie und Prognose

Therapie der Wahl ist die sofortige neurochirurgische Intervention durch Eröffnung des Schädels und Ausräumung des Hämatoms. Hat sich bereits ein Bulbärhirnsyndrom oder ein Mittelhirnsyndrom ausgebildet, so ist die Operation meist erfolglos.

Die Letalität beträgt etwa 30 bis 40%, 20% der Betroffenen tragen eine Behinderung davon, etwa 50% erlangen wieder volle Erwerbsfähigkeit.

Fachgebiete: Neurochirurgie, Neurologie

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