Stomastenose
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Loslegenvon griechisch: stoma – Mund, Öffnung; stenosis – Verengung
Definition
Die Stomastenose ist eine narbig bedingte Verengung der Stomaöffnung im Bereich von Haut oder Faszie, die den Durchtritt von Darminhalt oder Urin behindert und in unterschiedlichem Ausmaß zu Entleerungsstörungen führen kann.
Hintergrund
Stomastenosen zählen zu den häufigeren Spätkomplikationen nach Anlage eines Enterostomas, Urostomas oder einer Ureterokutaneostomie. Ursächlich sind in der Regel narbige Umbauprozesse infolge gestörter Wundheilung, lokaler Minderdurchblutung, Infektion, peristomaler Hautirritation oder chronischer Entzündung. Auch eine zu eng angelegte Faszien- oder Hautöffnung sowie Tumorrezidive im Stomabereich können eine Stenose verursachen.
Klinik
Charakteristisch sind eine sicht- und tastbare Verengung der Stomaöffnung, häufig auf einen Durchmesser von 10–15 mm oder weniger. Bei Darmstomata äußert sie sich durch bleistiftförmige Stühle, im Wechsel mit paradoxen Durchfällen, Bauchkrämpfen, Meteorismus sowie im fortgeschrittenen Stadium durch Subileus- oder Ileussymptomatik. Bei Urostomata kommt es zu Harnstau, rezidivierenden Harnwegsinfektionen und im Verlauf zur Verschlechterung der Nierenfunktion.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt klinisch durch Inspektion und digitale Austastung der Stomaöffnung. Bei tieferliegenden Stenosen im Faszienniveau sind bildgebende Verfahren wie Sonographie, Kontrastmitteldarstellung oder Endoskopie indiziert. Bei urologischen Stomata gehört zudem die Beurteilung des oberen Harntrakts zur Routinediagnostik.
Therapie
- Konservativ: Optimierung der Stomaversorgung, Anpassung der Ernährung (ballaststoffreich, ausreichende Flüssigkeitszufuhr), bei Darmstomata kurzfristige Irrigation, bei Urostomata Schienung der Harnleiter.
- Bougierung: Vorsichtige mechanische Aufdehnung bei umschriebener Stenose, häufig in regelmäßigen Intervallen.
- Operative Revision: Bei symptomatischen oder fortgeschrittenen Stenosen lokale Plastik (z. B. Y-V-Plastik) oder vollständige Neuanlage des Stomas.
Prävention
Eine sachgerechte Stomaanlage mit adäquater Größe der Faszien- und Hautöffnung, eine spannungsfreie Ausleitung des Darm- oder Harnleitersegments sowie eine konsequente postoperative Stomapflege durch geschultes Personal reduzieren das Risiko einer Stenose erheblich.
Quellen
- rahm GmbH: Stoma Komplikationen – Ursachen, Folgen & Nachsorge
- ilco Schweiz: Mögliche Komplikationen