Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Maxilla

Synonym: Oberkieferknochen
Englisch: upper jaw, maxilla

1 Definition

Die Maxilla ist nach dem Unterkieferknochen der größte Knochen des Gesichtsschädels. Die rechte und linke Maxilla formen zusammen den Oberkiefer.

Der Knochen bildet die Grenzwände von drei wichtigen Körperhöhlen: Das Dach der Mundhöhle, den Boden und die Seitenwand der Nasenhöhle und den Boden der Orbita.

2 Anatomie

Die Maxilla lässt sich anatomisch in einen Körper (Corpus maxillae) und seine Knochenfortsätze unterteilen, den Processus zygomaticus, den Processus frontalis, den Processus alveolaris und den Processus palatinus.

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2.1 Corpus maxillae

2.1.1 Facies anterior

Die Facies anterior der Maxilla weist nach vorne und lateral. Im unteren Teil zeigt sie eine Serie von Knochenerhebungen, die die Lage der Zahnwurzeln des Oberkiefers markieren. Oberhalb der Schneidezahnwurzeln liegt eine Vertiefung, die Fossa incisiva (Schneidezahngrube). Sie ist der Ursprung des Musculus depressor septi nasi und der Pars alaris des Musculus nasalis. Kaudal der Fossa incisiva - an der Grenze zum Alveolarkamm - beginnt die Ursprungsfläche des Musculus orbicularis oris.

Weiter seitlich von der Fossa incisiva findet sich ein weitere, größere und tiefere Knochenvertiefung, die Fossa canina. Sie ist von ihr durch eine vertikal verlaufende Knochenleiste, die Eminentia canina getrennt, die mit der langen Wurzel des Eckzahns korrespondiert. Sie ist der Ursprung des Musculus levator anguli oris.

Oberhalb der Fossa canina liegt das Foramen infraorbitale, durch das der Nervus infraorbitalis und die gleichnamigen Gefäße ziehen. Oberhalb des Foramens sieht man den unteren Orbitarand der als Ursprung des Musculus levator labii superioris dient. Medial endet die Vorderfläche der Maxilla an der Apertura piriformis. Der knöcherne Rand der Apertur läuft kaudal in einem spitzen Knochenfortsatz aus, der mit dem Fortsatz der Gegenseite die Spina nasalis anterior formt.

2.1.2 Facies infratemporalis

Die Facies infratemporalis bildet einen Teil der Fossa infratemporalis. Sie ist konvex und nach lateral und okzipital gerichtet. Sie wird von der Facies anterior durch den Processus zygomaticus sowie einen Knochenkamm, der vom 1. Molaren nach oben zieht, getrennt. Etwa in ihrer Mitte liegen die Öffnungen für die Alveolarkanäle, durch welche die Äste der Arteria alveolaris superior posterior und des Nervus alveolaris superior posterior ziehen.

Im kaudalen Abschnitt der Facies infratemporalis liegt ein abgerundeter Knochenhügel, den man als Tuberositas maxillaris bezeichnet. An seiner lateralen Seite ist er aufgeraut, da die Maxilla hier mit dem Processus pyramidalis des Os palatinum artikuliert. Er dient darüber hinaus als Ursprung für einige Fasern des Musculus pterygoideus medialis. Unmittelbar über der Tuberositas maxillaris liegt eine glatte Knochenfläche, welche die Vordergrenze der Fossa pterygopalatina bildet und eine Vertiefung für den Nervus maxillaris enthält.

2.1.3 Facies orbitalis

Die dreieckige und glatte Facies orbitalis bildet den größten Teil des Orbitabodens. Medial wird sie von einem unregelmäßig verlaufenden Rand eingefasst, der vorne eine Einbuchtung, die Incisura lacrimalis aufweist. Hinter der Incisura lacrimalis artikuliert die Maxilla mit dem Os lacrimale, der Lamina papyracea des Os ethmoidale und dem Processus orbitalis des Os palatinum.

Okzipital wird die Facies orbitalis von einem abgerundeten Knochenrand begrenzt, der den vorderen Rand der Fissura orbitalis inferior bildet. Frontal stößt sie auf den unteren Orbitarand, der medial in den Processus frontalis und lateral in den Processus zygomaticus übergeht.

Eine auffällige Struktur der Facies orbitalis ist der Sulcus infraorbitalis, in dem die Arteria infraorbitalis, die Vena infraorbitalis und der Nervus infraorbitalis verlaufen. Der Sulcus endet rostral im Canalis infraorbitalis, der am unteren Orbitarand wieder als Foramen infraorbitale auf die Knochenoberfläche tritt.

2.1.4 Facies nasalis

Die Facies nasalis führt mit einem unregelmäßig verlaufenen Knochenrand in den Sinus maxillaris. Die konkave Knochenfläche unterhalb dieser Öffnung bildet einen Teil des Meatus nasi inferior der Nasenhöhle. Hinter ihr ist ein raues Areal, das mit der Lamina perpendicularis des Os palatinum artikuliert. Der kaudale Anteil dieser Fläche wird von einem kleinen Graben durchquert, der schräg nach vorne und unten zieht. Abgedeckt durch das Os palatinum wird er zum Canalis pterygopalatinus.

Frontal weist die Facies nasalis eine weitere flache Knochenpartie auf, die einen Teil des mittleren Nasengangs (Meatus nasi medius) bildet. Sie wird von einem kleinen, schräg verlaufenden Knochenkamm, der Crista conchalis vom hinteren Teil der Facies nasalis abgetrennt. Hier artikuliert der Oberkiefer mit der unteren Nasenmuschel (Concha nasalis inferior). Am oberen Ende der Crista conchalis sieht man eine tiefe Knochenrinne, den Sulcus lacrimalis maxillae, der im artikulierten Schädel durch das Os lacrimale und die untere Nasenmuschel zum Canalis nasolacrimalis verschlossen wird. Er führt den gleichnamigen Ductus nasolacrimalis (Tränennasengang).

2.2 Processus zygomaticus

Der Processus zygomaticus ist ein starker, dreieckförmiger Knochenfortsatz, der im Winkel zwischen der anterioren, orbitalen und infratemporalen Fläche der Maxilla liegt. Er läuft lateral in einer rauen gezackten Fläche aus, die mit dem Os zygomaticum artikuliert. Dorsal ist er konkav und formt einen Teil der Fossa infratemporalis.

2.3 Processus frontalis

Der Processus frontalis ist eine Knochenplatte, die neben der Nase am kranialen Ende der Maxilla nach oben, medial und okzipital weist. Die laterale Seite des Processus frontalis ist glatt und geht kontinuierlich in die Facies anterior der Maxilla über. Sie dient als Ursprung des Musculus levator labii superioris, des Musculus orbicularis oculi und des Ligamentum palpebrale mediale

Die mediale Fläche formt einen Teil der lateralen Nasenwand. Ihr oberer Teil artikuliert mit dem Os ethmoidale und verschließt die vorderen Siebbeinzellen. Darunter sieht man einen schräg verlaufenden Knochenkamm, die Crista ethmoidalis, deren posteriores Ende mit der Concha nasalis media artikuliert.

Der Oberrand des Processus frontalis artikuliert mit dem Os frontale, der anteriore Rand mit dem Os nasale. Der Hinterrand ist dick und wird von einem Graben eingekerbt, der in den Sulcus lacrimalis maxillae der Facies nasalis übergeht.

2.4 Processus alveolaris

Der Alveolarfortsatz (Processus alveolaris maxillae ) ist ein dicker, spongiöser Knochenkamm, der hufeisenförmig um den knöchernen Gaumen läuft. Er ist okzipital dicker als rostral und weist zahlreiche Vertiefungen, die Zahnfächer auf, in welche die Zähne eingefasst sind. Die Größe und Gestalt der Zahnfächer variiert mit der Art des eingefassten Zahns. Das Zahnfach für den Eckzahn ist das tiefste. Die Zahnfächer der mehrwurzligen Zähne zeigen kleine Knochensepten.

An der fazialen Fläche des Alveolarfortsatzes kann man die Wurzeln der Schneide- und Eckzähne als vertikal verlaufende Erhebungen sehen kann. Diese gradförmigen Strukturen nennt man Juga alveolaria. Hinter dem 1. Molaren hat an der fazialen Fläche des Alveolarfortsatzes der Musculus buccinator seinen Ursprung.

2.5 Processus palatinus

Der Processus palatinus des Oberkieferknochens ist ein stark ausgeprägter Knochenfortsatz, der mit seinem Pendant einen großen Teil des Nasenbodens und des harten Gaumens bildet. Er ist rostral dicker als okzipital.

Die inferiore Fläche des Processus palatinus ist rauh und konkav. Sie wird von zahlreichen Foramina perforiert, die ernährenden Blutgefäßen und Nerven der Gaumenschleimhaut Durchtritt gewähren. Direkt hinter den Schneidezähnen ist als auffälligste Struktur das Foramen incisivum zu erkennen. In seiner Öffnung sind zwei kleine Kanäle sichtbar, der Canalis incisivus dexter und sinister. Durch sie ziehen die Arteria palatina descendens und der Nervus nasopalatinus. In der Mitte des Gaumens, wo die beiden Gaumenfortsätze zusammenwachsen, sieht man die Sutura palatina mediana. Die Grenze zum Os palatinum wird durch die Sutura palatina transversa gebildet.

Die superiore Fläche des Processus palatinus ist glatt und konkav. Sie formt einen wesentlichen Anteil des knöchernen Nasenbodens. Rostral ist die obere Öffnung des Canalis incisivus erkennbar. Der mediale Rand erhebt sich zu einem Knochenkamm, der mit dem Kamm der Gegenseite zur Crista nasalis fusioniert, die das Vomer aufnimmt. Rostral bildet die Crista einen spitzen Vorsprung, die Spina nasalis anterior. Der laterale Rand geht in den Knochenkörper der Maxilla über.

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