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Leberinsuffizienz

(Weitergeleitet von Leberversagen)

Synonym: Leberversagen
Englisch: hepatic failure, liver failure

1 Definition

Unter einer Leberinsuffizienz versteht man eine Funktionsstörung der Leber mit teilweisem oder vollständigem Ausfall ihrer Stoffwechselaufgaben. In ihrer schwersten Form, dem akuten Leberversagen (ALV), ist die Leberinsuffizienz ein akut lebensbedrohlicher Zustand. Bei der Leberinsuffizienz kommt es zu einer klassischen Symptomtrias: zunächst Ikterus, dann Gerinnungsstörungen und Bewusstseinsstörungen.

2 Formen

Zwischen Ausfall der Leberfunktion und dem Symptom "Bewusstseinsstörung", die sich meist durch eine hepatische Enzephalopathie bemerkbar macht, können Tage bis Wochen vergehen. Man unterscheidet je nach Zeitintervall:

  • Fulminante Leberinsuffizienz: < 7 Tage
  • Akute Leberinsuffizienz: 8 – 28 Tage
  • Subakute/protahierte Leberinsuffizienz: > 4 Wochen

Teilweise kompensierte Funktionsstörungen der Leber können als chronische Leberinsuffizienz auch einen längeren Verlauf haben.

Das akute Leberversagen kann durch die sogenannten King's-College-Kriterien verifiziert werden.

3 Ursachen

Können die Durchblutung der Leber und die Arbeit der Hepatozyten nicht mehr aufrecht erhalten werden, kommt es zum Leberversagen. Die Hepatozyten stellen ihre Arbeit ein und gehen zugrunde. Es gibt unterschiedliche Ursachen für eine Leberinsuffizienz:

3.1 Virushepatitis

Ein Virushepatitis ist die häufigste Ursache eines Leberversagens. Vor allem die Hepatitis-Viren B, D und E sind hierfür verantwortlich. Die Hepatitis A und C sind nur selten Verursacher.

3.2 Hepatotoxine

Verschiedene Gifte sind in der Lage die Leber irreversibel zu schädigen:

3.3 Andere Ursachen

4 Symptome

Neben oben genannter Symptomen-Trias wie Ikterus, Gerinnungsstörungen und Bewusstseinsstörungen, können folgende klinische Anzeichen auf ein Leberversagen schließen lassen:

5 Labordiagnostik

Eine Erhöhung/Senkung spezieller Leberwerte lässt, neben der Anamnese und der Klinik, Rückschlüsse auf das Bild des Leberversagens zu:

Erhöhung Senkung
GOT Quick
GPT Thrombozyten
Bilirubin Kalium
Bikarbonat Glukose
Harnstoff

6 Komplikationen

Häufig eintretende Komplikationen sind im Folgenden aufgeführt; sie sind in den meisten Fällen die Todesursache:

7 Therapie

7.1 Symptomatische Therapie

7.2 Kausale Therapie

7.3 Lebertransplantation

Patienten mit Leberinsuffizienz sollten frühzeitig in ein Transplantationszentrum verlegt werden. Ungefähr 50 % aller Betroffenen benötigen eine neue Leber.

7.4 Leberdialyse

Verfahren wie das Molecular Adsorbent Recirculating System (MARS) dienen der extrakorporalen Detoxikation und können die Zeit bis zu einer Transplantation überbrücken.

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