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King's-College-Kriterien

1 Definition

Bei den King's-College-Kriterien handelt es sich um seit 1989 bestehende Kriterien zur Abschätzung der Prognose eines akuten Leberversagens. Man unterscheidet dabei ein durch Paracetamol ausgelöstes Leberversagen von einem Leberversagen durch andere Ursachen.

2 Kriterien

2.1 Paracetamol-bedingtes, akutes Leberversagen

Gemäß der King's-College-Kriterien besteht ein durch das Schmerzmittel ausgelöstes Leberversagen mit schlechter Prognose, wenn infolge des Paracetamol-Konsums

  • der pH-Wert des arteriellen Blutes < 7,3 ist,

oder die 3 folgenden Bedingungen erfüllt sind:

2.2 Nicht-Paracetamol-bedingtes, akutes Leberversagen

Gemäß der King's-College-Kriterien besteht ein nicht durch Paracetamol ausgelöstes Leberversagen mit schlechter Prognose, wenn

  • der Quick-Wert < 8% bzw. der INR-Wert > 6,5 ist,

oder mindestens 3 von 5 der folgenden Kriterien erfüllt sind:

Mögliche Gründe für ein nicht durch Paracetamol ausgelöstes Leberversagen sind u.a.:

Patienten, die entsprechende Kriterien erfüllen, kommen prinzipell aufgrund der resultierenden, schlechten Prognose für eine Lebertransplantation in Betracht.

3 Kritik

Die King's-College-Kriterien sind in ein in der Gastroenterologie viel diskutiertes Thema. Grund dafür sind die unterschiedlichen Studienlagen und Aussagen hinsichtlich Spezifität, Sensitivität und positivem prädiktivem Wert, die teils erhebliche Unterschiede aufweisen.

Außerdem wird so betroffenen Patienten unter Umständen eine Transplantationspflichtigkeit bescheinigt, die jedoch eine Einzelfallentscheidung bleiben sollte und weiterer Kriterien bedarf.

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