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Quick-Wert

nach dem amerikanischen Arzt Armand J. Quick
Synonyme: Quick-Zeit, Quick, Quicktest, Prothrombin Ratio (PR), Thromboplastinzeit, TPZ, Prothrombinzeit, PTZ, Normotest®
Englisch: prothrombin time

1 Definition

Der Quick-Wert ist ein Laborparameter aus der Gerinnungsdiagnostik, der zur Erfassung von Störungen der Blutgerinnung (Hämostase) dient.

Eine alternative Darstellung desselben Messergebnisses ist die Prothrombinzeit in Sekunden. Diese wird in Deutschland aber praktisch nicht verwendet.

2 Aussagefähigkeit

Mit dem Quick-Wert wird die Thrombinbildung nach Aktivierung mit Gewebsthromboplastin gemessen, also der extrinsische (exogene) Teil des Gerinnungssystems überprüft. Das Ergebnis wird in Prozent angegeben, wobei 100 % der Mittelwert einer Normalpopulation ist. Der Quick-Wert überprüft vor allem die Gerinnungsfaktoren Prothrombin (II), V, VII und X.

Bei Patienten, die direkte orale Antikoagulantien einnehmen, kann der Quick-Wert vermindert sein. Die Wirkung ist bei Faktor-Xa-Hemmern ausgeprägter als bei Thrombinhemmern.

3 Indikationen

Der Quick-Wert ist ein Basisparameter der Gerinnungsdiagnostik und wird als Suchtest zum Ausschluss von Gerinnungsstörungen, z.B. präoperativ, eingesetzt. Außerdem dient der Quick-Wert zur regelmäßigen Therapiekontrolle bei Patienten unter Antikoagulation mit Cumarin-Derivaten.

Da die meisten Gerinnungsfaktoren in der Leber produziert werden, ist der Quick-Wert ein guter Verlaufsparameter bei Lebersynthesestörungen. Zur Diagnostik angeborener Gerinnungsstörungen trägt der Quick-Wert nur wenig bei - ein Faktor-VII-Mangel ist z. B. sehr selten.

4 Material

Zur Untersuchung wird 2-5 ml Citratblut abgenommen. Vorgefertigte Entnahmesysteme müssen bis zur Markierung gefüllt werden. Eine lange venöse Stauung und Schaumbildung bei der Entnahme sind zu vermeiden, die Probe sollte umgehend gemischt und gegebenenfalls zentrifugiert werden. Das Plasma sollte innerhalb von 5 Stunden analysiert werden.

5 Methode

Im Labor wird das Blut zentrifugiert. Die Untersuchung erfolgt vollautomatisch mit Citratplasma. Das Plasma wird auf 37 Grad erwärmt und genau soviel Calcium wieder zugegeben, wie vorher durch die Citratlösung inaktiviert wurde. Die Zugabe von Gewebsthromboplastin aktiviert das extrinsische System der Blutgerinnung. Die Zeit bis zum Auftreten eines Gerinnsels wird mechanisch oder optisch gemessen (Clotting-Test) und ins Verhältnis zur Gerinnungszeit eines Normalplasmas gesetzt. Ein Quick-Wert von 100% entspricht der Gerinnungszeit des Normalplasmapools. Durch Verdünnungen des Normalplasmas wird eine Bezugskurve erstellt.

Ein Quickwert von 50 % sagt aus, dass das Blutplasma der untersuchten Probe gleich schnell gerinnt wie ein Normplasma, das im Verhältnis 1:2 verdünnt wurde. Ein Quickwert von 50 Prozent bedeutet also nicht eine Verdopplung der gemessenen Gerinnungszeit.

Aufgrund unterschiedlich empfindlicher Reagenzien und Messgeräte können die Quick-Werte von Labor zu Labor unterschiedlich ausfallen (Methodenabhängigkeit). Deswegen wird der Quick-Wert in den standardisierten INR-Wert (International Normalized Ratio) umgerechnet. Quick und INR verhalten sich gegenläufig, ein "niedriger" Quick-Wert entspricht einer "hohen" INR. Die INR berechnet sich folgendermaßen:

  • INR = (TPZ-Patientenplasma [sec] / TPZ-Normalplasmapool [sec])ISI

Der ISI (International Sensitivity Index) ist ein spezifischer Wert für jedes Thromboplastin und jede Thromboplastin-Charge. Die INR spielt vor allem bei der Therapiekontrolle mit Vitamin K-Antagonisten eine Rolle.

6 Referenzbereiche

Klientel Norm
Neugeborene 1. Lebenstag 55-100%
5. Lebenstag 58-100%
90. Lebenstag 65-100%
Kinder 6.-30. Lebensmonat 53-100%
31. Lebensmonat-7.Lebensjahr 65-100%
8.-16. Lebensjahr 77-100%
Erwachsene 70-120%

7 Interpretation

Der Quick-Wert erfasst nicht das intrinsische Gerinnungsystem, das mithilfe der partiellen Thromboplastinzeit (PTT) evaluiert werden kann. Patienten mit Hämophilie weisen daher einen normalen Quick-Wert auf. Die gemeinsame Endstrecke von extrinsischem und intrinsischem System, die Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin, kann man durch die Plasmathrombinzeit (PTZ) erfassen.

Gründe für einen erniedrigten Quick-Wert bzw. eine erhöhte INR sind:

8 Störfaktoren

Störfaktor Quick-Wert
 Präanalytik lange venöse Stauung lokale Fibrinolyseaktivierung → Quick erniedrigt
starke Aspiration bei Blutentnahme Gerinnungsaktivierung → Quick erniedrigt
falsche Citrat-Plasma-Relation (Röhrchen inkomplett gefüllt) Citratüberschuss → Quick erniedrigt
zu geringe Zentrifugation plättchenreiches Plasma → Quick erhöht
Störfaktoren in der Matrix Hämolyse Freisetzung gerinnungsaktivierender Substanzen → Quick erniedrigt
lipämische Blutproben Quick erniedrigt
Medikamente Antikonvulsiva Quick erhöht
Acetylsalicylsäure Quick erniedrigt
Barbiturate Quick erniedrigt
Cephalosporine Quick erhöht
Heparintherapie niedrigere Aktivität des Prothrombinkompexes (ab ca. 0,3-2 U/ml Plasma) → Quick erniedrigt
Penicillin Quick erhöht
Sulfonamide Quick erhöht

Diese Seite wurde zuletzt am 19. April 2021 um 13:13 Uhr bearbeitet.

Rivaroxaban interagiert dem Quick-Test. Das kann zu falsch pathologischen Werten führen. Die Diagnostik von Lupus-Antikoagulantien ist unter NOAKs ebenfalls beeinträchtigt und kann falsch positive Werte zeigen.
#5 am 26.07.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Kann es unter Xarelto 15mg zu einer falschen Bestimmung des Wertes kommen, so dass eine Thrombophilie bei Lupusantikoagulanz und F VIII Erhöhung angenommen werden kann?
#4 am 24.07.2017 von Andrea Nicke (Logopäde/in | Sprachtherapeut/in)
Vielen Dank für die Information.
#3 am 21.01.2014 von Stefan Werner (Physiotherapeut/in)
Da Fibrinogen (Faktor I) die Endstrecke der Gerinnung darstellt, ist bei einem starken Fibrinogenmangel oder Hyperfibrinolyse auch der Quick vermindert. Fibrinogen wird normalerweise in einem eigenen Testansatz gemessen.
#2 am 16.01.2014 von Dr. med. Norbert Ostendorf (Arzt | Ärztin)
Wird nicht auch Faktor I geprüft?
#1 am 13.01.2014 von Stefan Werner (Physiotherapeut/in)

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