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Lupus-Antikoagulans

Abkürzung: LA

1 Definition

Als Lupus-Antikoagulantien bezeichnet man Antiphospholipid-Antikörper, die dadurch auffallen, dass sie Gerinnungsteste stören. Diese Eigenschaft wird auch zur Diagnose verwendet.

2 Begriffserklärung

Da Phospholipide als Startreagenz der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) benutzt werden, können Antiphospholipid-Antikörper eine Verlängerung dieses Gerinnungstests hervorrufen. Die Namensgebung ist irreführend, da Lupus-Antikoagulantien weder pathognomonisch für Lupus erythematodes sind, noch eine Blutungsneigung verursachen. Antiphospholipid-Antikörper sind vielmehr ein Risikofaktor für Thromboembolien.

3 Labordiagnostik

Lupus-Antikoagulantien sind häufig ein Zufallsbefund bei Gerinnungsuntersuchungen. Die Diagnostik kann auch gezielt bei V. a. Antiphospholipid-Syndrom (APS) durchgeführt werden.

PTT-Reagenzien reagieren unterschiedlich stark auf Lupus-Antikoagulantien (methodenabhängig). Es gibt Lupus-sensitive und Lupus-insensitive Testsysteme. Viele Labore bevorzugen ein Lupus-insensitives Reagenz, da die Untersuchung vor allem der Entdeckung von Gerinnungsstörungen und der Therapiekontrolle von Heparin dienen soll.

Wenn die Lupus-sensitive PTT verlängert ist und die Lupus-insensitive PTT nicht, ist dies diagnostisch hinweisend auf Lupus-Antikoagulantien. Zur Abklärung der verlängerten PTT kann auch der Plasmamischversuch eingesetzt werden. Lupus-Antikoagulantien können in diesem Test ein pathologisches Ergebnis verursachen.

Als weitere Gerinnungsuntersuchung kann der diluted-Russel-Viper-Venom-Test (dRVVT) durchgeführt werden. Bei diesem Test wird ein Schlangengift benutzt, um die Gerinnselbildung zu starten. Die Gerinnungszeit ist bei Vorliegen von Lupus-Antikoagulans verlängert. Der Test wird in einem Parallelansatz mit Phospholipiden im Überschuss angesetzt. Wenn sich die Gerinnungszeit in diesem Ansatz normalisiert, sind Lupus-Antikoagulantien als Ursache anzunehmen.

4 Präanalytik

Bei Patienten, die direkte orale Antikoagulantien (DOAK) einnehmen, ist die Diagnostik von Lupus-Antikoagulans mit den oben beschriebenen Methoden (Lupus-sensitive PTT, dRVV-Test) in der Regel gestört. Es kommt zu falsch positiven Ergebnissen, auch bei niedrigen Plasmaspiegeln von DOAK.

In Situationen, in denen die aPTT aus anderen Gründen verlängert ist, z.B. bei Vollheparinisierung, ist die Bestimmung von Lupus-Antikoagulantien schwierig. Die Reagenzien enthalten teilweise Zusatzstoffe zur Neutralisation von Heparin. Die Diagnostik sollte mit dem hämostaseologischen Labor besprochen werden.

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