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Liebe Autoren, Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 12. bis 27. Juni 2021 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 28. Juni könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben. Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt! Bis bald Euer Flexikon-Team

International Normalized Ratio

Abkürzung: INR, INR-Wert

1 Definition

Die International Normalized Ratio ist ein weltweit in Laboratorien standardisiertes Verfahren zur Prüfung des extrinsischen Systems der Blutgerinnung. Die INR ist ein standardisierter Quick-Wert und löst diesen ab. Der Quick-Wert ist methodenabhängig und liefert mit unterschiedlichen Testkits unterschiedliche, untereinander nicht vergleichbare Befunde.

2 Interpretation

Die INR verhält sich zum Quick-Wert umgekehrt proportional:

  • Mit abnehmendem Quick-Wert wird die INR größer
  • Mit zunehmendem Quick-Wert wird die INR kleiner

Normwertig ist eine INR von 1,0. Therapeutische INR-Werte liegen zwischen 2,0 und 3,5.

3 Verwendung

Die INR wird hauptsächlich zur Steuerung und Verlaufskontrolle einer Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten (Phenprocoumon, Warfarin) eingesetzt.

   Erkrankung    INR-Zielbereich
  Tiefe Beinvenenthrombose   2-3
  Vorhofflimmern   2-3
  Lungenembolie   2-3
  Mechanische Herzklappe   3-4,5
  Biologische Herzklappe   2-3

Die INR wird hierbei in der Einstellungsphase täglich, nach erfolgter Einstellung - abhängig von Patienteneigenschaften wie Compliance und Stabilität der Antikoagulation - einmal wöchentlich bis einmal monatlich kontrolliert. Die Überprüfung einer INR kann mithilfe von Systemen wie Coagu Check® durch den Patienten selbst erfolgen, ähnlich einer Blutzuckermessung.

4 Bewertung

Die INR ist streng genommen nur bei Patienten im "steady state" einer Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten gültig, da vor allem beim Monitoring dieser Patienten Probleme mit der Vergleichbarkeit der Ergebnisse auftraten. Teilweise geben Labore eine INR deshalb nur an, wenn der Quick-Wert vermindert ist. Diese ursprüngliche Definition wird aber immer weniger beachtet. Es ist kein Fehler, z.B. bei Patienten mit Leberversagen weiterhin einen Quick-Wert anzugeben.

Für jedes Thromboplastin wird im Vergleich zu einem Referenz-Thromboplastin, das die WHO definiert hat, der International Sensitivity Index (ISI) berechnet. Die INR berechnet sich dann nach der Formel: TPZ des Patientenplasmas geteilt durch TPZ eines Normalplasmas potenziert mit dem ISI.

Bei der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) sind die Ergebnisse zwischen unterschiedlichen Laboren ebenfalls nicht ohne Weiteres vergleichbar, hier waren die Standardisierungsbemühungen aber bisher weniger erfolgreich.

5 Literatur

Meyszner C: INR- statt Quick-Wert: Auf vergleichbaren Nenner gebracht. Dtsch Arztebl 2000; 97(24): A-1656

Diese Seite wurde zuletzt am 17. April 2021 um 19:48 Uhr bearbeitet.

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