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Zytomegalie

Synonym: CMV-Infektion

1 Definition

Die Zytomegalie ist eine Infektionskrankheit, die nach Infektion mit dem Zytomegalievirus (CMV), insbesondere bei Immunsuppression und im Neugeborenenalter, entsteht.

ICD-10-Code: B25.- und P35.1 (angeborene Zytomegalie)

2 Erreger

Das Zytomegalievirus ist ein weltweit verbreitetes Virus mit hohen Durchseuchungsraten (> 80%) beim Menschen. Die Infektion kann auf einer Vielzahl von Wegen erfolgen. Das Virus wird von Infizierten mit nahezu allen Körperflüssigkeiten (u.a. Speichel, Urin, Sperma) und über die Atemwege ausgeschieden.

3 Symptomatik

Die Erstinfektion bei gesunden und immunkompetenten Menschen ist in der Regel asymptomatisch und führt auch ansonsten zu keinerlei Krankheitserscheinungen. In seltenen Fällen kann es nach der Erstinfektion zu einem fieberhaften Krankheitsbild mit Fieber, Hepatomegalie, Myalgien und Arthralgien kommen.

3.1 CMV-Infektion des Neugeborenen

Schwangere können das CMV bereits intrauterin auf das Ungeborene übetragen. Daraus kann eine systemische Erkrankung mit einer Reihe von Manifestationen (z.B. Retinitis, zerebrale Kalzifikationen) entstehen.

Näheres siehe: Neonatale Zytomegalie

3.2 Klinik bei Immunsuppression

Bei vorliegender Immunsuppression führt eine CMV-Infektion oder die Reaktivierung einer stattgefundenen Infektion zur akuten Erkrankung. Typisch ist die Manifestation der Zytomegalie bei HIV-Infizierten oder nach Organtransplantationen.

Typische Manifestationen bei dieser Patientengruppe sind:

4 Diagnostik

Das diagnostische Vorgehen umfasst die Entnahme und Untersuchung von Biopsien aus Ösophagus und Colon. In der Pathologie können bei Zytomegalie typische Riesenzellen mit Einschlüssen dargestellt werden. Bei einer Retinitis ist die Fundoskopie wegweisend.

Das CMV kann in Fibroblastenkulturen angezüchtet werden. Als serologischer Test kann das pp65-Antigen nachgewiesen werden.

5 Therapie

Symptmatische Zytomegalien werden mit Virostatika behandelt. Zum Einsatz kommen unter anderem Cidofovir, Ganciclovir und Foscarnet. Dabei werden meistens zwei der wirksamen antiviralen Medikamente kombiniert um Resistenzen zu vermeiden und synergistische Effekte zu nutzen.

Nach einer hoch dosierten Induktionstherapie wird die Therapie mit den Virostatika in niedrigerer Dosierung zeitlebens beibehalten.

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