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Spinalkanalstenose

Englisch: spinal stenosis

1 Definition

Unter einer Spinalkanalstenose versteht man eine Einengung des Spinalkanals.

2 Ätiopathogenese

Die Spinalkanalstenose ist häufig degenerativ bedingt, denn auch an der Wirbelsäule kommt es in zunehmendem Alter zu arthrotischen Veränderungen.

Diese imponieren durch eine Gelenkspaltverschmälerung, Sklerosierungen sowie durch osteophytäre Randanbauten. Die Randanbauten können in den Spinalkanal hineinragen und zu einer Kompression der Nervenwurzeln führen.

3 Klinik

Patienten mit einer Spinalkanalstenose können nur eine bestimmte Strecke schmerzfrei gehen. Nach einer gewissen Strecke muss das Gehen schmerzbedingt eingeschränkt werden (Claudicatio spinalis).

Beim Radfahren oder Bergaufgehen, das in einer entlordosierter Haltung stattfindet, haben die Patienten keine Beschwerden. Stärker werden die Beschwerden hingegen im Bergabgehen und längerem Sitzen.

Weiterhin klagen die betroffenen Patienten über ein Schweregefühl in den Beinen sowie über Sensibilitätsstörungen beim Gehen, welche im Genitalbereich und im Bereich der Beine auftreten können.

4 Bildgebung

Zunächst werden Röntgenbilder in zwei Ebenen sowie Funktionsaufnahmen angefertigt. Zur Sicherung der Diagnose werden häufig noch eine Kernspintomographie und eine Funktionsmyelographie eingesetzt.

5 Therapie

5.1 Konservativ

Im Rahmen der konservativen Behandlung werden NSAR, Physiotherapie und Physikalische Therapie verordnet. Die Lagerung des Patienten im Stufenbett sowie Infiltrationen mit Lokalanästhetika können die Beschwerden lindern. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium bietet sich die orthetische Versorgung mit einem Korsett und die Verwendung eines Rollators an.

5.2 Operativ

Wenn die konservativen Maßnahmen nicht zu einer Besserung der Beschwerden führen, ist eine Operation möglich. Im Rahmen der operativen Therapie können die osteophytären Randanbauten abgetragen werden.

Eine Überlegenheit der operativen gegenüber der konservativen Therapie ist bislang (2014) nicht belegt. Die Komplikationsrate bei rein dekomprimierenden Eingriffen beträgt etwa 18%. Eine evidenzbasierte Empfehlung zur Therapie von Patienten > 65 Jahre kann aufgrund fehlender klinischer Studien nicht gegeben werden.[1]

6 Quellen

  1. Kalff, R; Ewald, C, Waschke, A, Gobisch, L, Hopf, C (2013). "MEDIZIN: CME: Degenerative lumbale Spinalkanalstenose im höheren Lebensalter: Aktuelle Behandlungsoptionen". Deutsches Ärzteblatt 110 (37): A-613-24. 

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